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Monday July 6, 2009 at 12:36AM from Katja T.
Basics zu Geschäftskontakten in Japan,
Wenn Sie geschäftlich aber auch privat erste Kontakte mit Japanern haben, stellen sich viele Fragen. Mit den Antworten lassen sich viele Bücher füllen. Daher hier nur die wichtigsten Basics. Für weiterführende und langfristige Geschäftsbeziehungen empfiehlt es sich in jedem Fall, entsprechende Literatur zu lesen und an einem interkulturellen Training speziell für Japan teilzunehmen. Allgemein sind Japaner sehr tolerant, da sie davon ausgehen, das Ausländer ohnehin fast alles falsch machen. Wie in anderen Ländern auch wird aber mit großem Wohlwollen wahrgenommen, wenn sich Besucher mit den Grundregeln vertraut gemacht haben.
Geschenke
Auch wenn seit einigen Jahren immer mehr Firmen Regeln aufstellen, die ihren Mitarbeitern verbieten, Geschenke oder Einladungen anzunehmen, kann ein kleines Geschenk aus dem Heimatland eine gute Idee sein. Stimmen Sie mit Ihrer Kontaktperson in Japan vorher ab, wie die Regeln der Firmen bzw. Organisationen sind, welche Sie besuchen. Süßigkeiten oder andere Spezialitäten aus Ihrer Region sind meistens willkommen.
Sicherheit
Verglichen mit westeuropäischen Staaten ist Japan ein sehr sicheres Reiseland. Gewaltkriminalität wird ein Besucher mit hoher Wahrscheinlichkeit nie erleben. Auch Diebstahl kommt allenfalls in den Touristenzentren vor. Auch Betrunkene werden zwar etwas lauter, bleiben aber friedlich. Mit normaler deutscher Vorsichtigkeit wird man daher in der Regel kein Problem in Japan haben.
Pünktlichkeit
Pünktlichkeit ist ein absolutes Muss und wird besonders von Lieferanten erwartet. Daher ist es immer sinnvoll, etwas Puffer einzuplanen. Sie werden sehen, dass in den Cafés um die Bahnhöfe herum viele Leute in Anzügen die Wartezeit auf den nächsten Termin überbrücken, da sie zu früh angekommen sind.
Begrüßung: Hand geben oder Verneigen?
Man sollte sich dem Verhalten des Geschäftspartners anpassen. Bleiben Sie mit etwas Abstand vor dem Geschäftspartner stehen, so hat der Gegenüber die Möglichkeit sich zu verneigen oder auf Sie zuzugehen und Ihnen die Hand zu reichen. Japaner sind es gewohnt, sich anzupassen. Evtl. reichen sie einem die Hand, weil sie Auslandserfahrung haben und sich den Gepflogenheiten des Ausländers entsprechend verhalten. Sollte sich der Geschäftspartner vor Ihnen verneigen, sollten Sie sich als Kunde einen Moment länger verbeugen.
Visitenkarten
Visitenkarten spielen in Japan eine wichtige Rolle. Auf der Visitenkarte ist die Position des Geschäftspartners notiert und somit ist vor einem Meeting schnell geklärt, wer welche Position bekleidet und wer schlussendlich Entscheidungsträger ist. Es werden sogar Sitzordnungen in einem Meeting entsprechend der Hierarchien vorgenommen. Wundern Sie sich also bitte nicht, wenn Ihr Geschäftspartner vor einem Geschäftsbesuch genau wissen möchte, wer an dem Treffen teilnehmen wird und wer welche Position bekleidet. Die Visitenkarten sollten aus einem speziell dafür vorgesehenen Case entnommen werden. Die Karten werden grundsätzlich mit beiden Händen übergeben und übernommen. Oftmals ist es in Japan so, dass man einer Reihe von Mitarbeitern vorgestellt wird. Dazu steht man sich in kleinen Reihen gegenüber. Die Karte mit beiden Händen an den oberen Ecken festhalten und dem Gegenüber so entgegen reichen, dass er sie lesen kann. Die Karte des Geschäftspartners mit der linken Hand entgegennehmen und ihm derweil mit der rechten Hand die eigene Karte übergeben. Dann seine Karte mit beiden Händen an den unteren Ecken festhalten, verneigen und die Karte genau betrachten. Bitte legen Sie die Karte nicht achtlos zur Seite. Wenn Sie danach an einem Tisch sitzen, legen Sie die Karten für sich gut leserlich auf den Tisch. Wichtig: Sie sollten für jeden Gesprächsteilnehmer eine Karte parat haben.
Im Gespräch
Den Kunden ernst nehmen, ihm das Gefühl geben, dass er der Wichtigste ist. In Japan ist der Kunde nicht König sondern mehr.
Der Kunde muss sich wohl fühlen, die Aufmerksamkeit bzw. Wertschätzung spüren.
Viel Zeit einplanen, inkl. großem Puffer, Gespräche können sich hinziehen. Es gälte als sehr unhöflich, wenn man aufgrund eines anderen Termins das Gespräch beenden würde.
Geduld, Geduld, Geduld, keine Entscheidungen im Gespräch erwarten oder auch keine direkte Rückmeldung bzw. Feedback.
Schweigen aushalten
Japaner lächeln viel, auch wenn sie es eigentlich nicht so meinen. Ein Ja oder ein wohlwollendes Nicken nicht als Einverständnis werten. Ein Ja bedeutet nur, dass der Geschäftspartner Sie verstanden hat, ist jedoch keine automatische Zustimmung.
Japaner kommen nicht gleich auf den Punkt, sondern erst nach langen Umwegen zum Ende.
Kleidung
In Japan ist Mode ein ganz wichtiges Thema, die neusten Trends werden hier getragen und Stilmix ist kein Problem, es ist sozusagen alles erlaubt was gefällt. Dieses gilt jedoch ausschließlich für den Privatbereich. Im Geschäftsbereich sollten Sie eher zurückhaltende und dunkle Farben tragen und auf allzu modische Accessoires verzichten. Seit 2005 gibt es im Sommer das sogenannte CoolBiz. Dieses bedeutet, dass in öffentlichen Gebäuden und vielen Firmen die Klimaanlagen auf 27 ° C eingestellt werden. Zum Ausgleich dürfen die Mitarbeiter auf Krawatte und Jackett verzichten. Es lohnt sich vorher beim Geschäftspartner nachzufragen, ob die Firma am CoolBiz teilnimmt. Angesichts der schwülen Hitze im Sommer werden Sie die Erleichterung zu schätzen wissen. Last but not least: in klassischen japanischen Restaurants zieht man die Schuhe aus. Einwandfreie Socken bzw. Strümpfe sind ein absolutes Muss!
Tags: japan, business, visitenkarte, kleidung, begrĂźĂung
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