1. Marktmonitor Südafrika: Wachstumsmotor Dienstleistungen

    Wirtschaftsumfeld

    Südafrika ist reich an Bodenschätzen, und der Bergbau ist noch immer eine wichtige, wenngleich zunehmend an Bedeutung verlierende Devisenquelle. Der Dienstleistungssektor war im letzten Jahrzehnt der maßgebliche Wachstumsmotor und macht derzeit 70 % des Bruttoinlandsprodukts aus.

    Bedingt durch die schwache Binnennachfrage erreichte das Wirtschaftswachstum 2016 lediglich 0,3 % – der schlechteste Wert seit 2009. Wirtschaftsexperten prognostizieren für dieses Jahr einen Aufschwung auf 1 % und gehen für 2019 von 2 % aus. Die Gründe dafür sind die nachlassende Inflation, steigende Rohstoffpreise und eine höhere landwirtschaftliche Produktion. Die anhaltende politische Unsicherheit könnte jedoch die Aussichten auf Unternehmensinvestitionen und einen Konjunkturaufschwung zunichtemachen.

    Reisen

    Im Zeitraum 2010 bis 2016 wuchs die Nachfrage nach internationalen Reisen um weniger als 2 % pro Jahr. Obwohl die Anzahl der Reisen aus dem Ausland jährlich um 4 % gestiegen ist, sind die Auslandsreisen der Südafrikaner im selben Zeitraum um 2,5 % pro Jahr zurückgegangen. Laut einer Prognose von Oxford Economics wird die Wachstumsrate der Reisebranche bis 2020 auf insgesamt 6 % pro Jahr anziehen, wobei die Zahlen der Abreisen und Ankünfte ähnlich schnell steigen sollen.

    69 % aller Reisen aus dem Ausland und 62 % der Reisen ins Ausland beschränken sich auf die sechs Nachbarländer von Südafrika. Großbritannien ist Südafrikas wichtigster Langstreckenmarkt, und die USA sind eine zunehmend wichtige Tourismusquelle.

    2016 betrug das landesweite Geschäftsreisevolumen 9 Mrd. USD. 58 % davon wurden für Inlandsreisen ausgegeben. Zwischen 2010 und 2016 stiegen die Gesamtausgaben um durchschnittlich 8 % pro Jahr. Branchenexperten gehen davon aus, dass diese Wachstumsrate bis 2020 konstant bleiben wird, allerdings mit einer Verlagerung: Inlandsreisen werden als wesentlicher Wachstumsmotor von internationalen Reisen abgelöst.

    Flugreisen

    Mindestens die Hälfte aller Abflüge von den sechs wichtigsten Flughäfen in Südafrika gehen auf das Konto der staatlich kontrollierten South African Airways (SAA), der regionalen Fluggesellschaft SA Express und des Billiganbieters Mango. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ist eine Umstrukturierung und Fusion dieser drei Airlines möglich. Der wichtigste Mitbewerber ist die Comair, die als Franchisenehmer Flüge der British Airways durchführt und unter der Marke Kulula eigene Billigflüge anbietet. Die dritte günstige Option für Inlandsreisende ist die FlySafair, und schon bald könnte der nach Südafrika expandierende Billiganbieter FastJet hinzukommen.

    Wegen dieser Expansionen weist der südafrikanische Flugreisemarkt schon jetzt Überkapazitäten auf. Die Zahl der Inlandspassagiere ist 2016 um 6 % gestiegen, die Zahl der verfügbaren Sitzplätze hingegen um 12 %. In diesem Wettbewerbsumfeld ist es für Fluggesellschaften schwer, Ihre Tarife zu erhöhen – schon allein wegen der schwachen Nachfrage aufgrund der stagnierenden Konjunktur.

    Unterkünfte

    Tsogo Sun ist mit über 80 Häusern die landesweit größte Hotelkette. Zu Ihrem Portfolio zählen Luxus-, Full-Service, Select-Service- und Low-Budget-Marken. Marriott hat sich 2014 durch die Übernahme von Protea mit nunmehr 74 Häusern als die zweitgrößte Kette des Landes etabliert. Durch Protea kann Marriott in mehr als 30 Städten in allen neun südafrikanischen Provinzen Unterkünfte anbieten. Während die meisten Protea-Hotels zur oberen Mittelklasse gehören, umfasst das Portfolio auch elf Deluxe-Hotels, die zum Großteil unter der Untermarke African Pride geführt werden.

    Die internationalen Ketten Best Western, Carlson Rezidor und IHG sind ebenfalls im Land vertreten, wenngleich nur mit jeweils weniger als zehn Häusern. In einigen wichtigen Städten bieten lokale Ketten wie Peermont Hotels, Newmark Hotels und BON Hotels alternative Unterkünfte.

     

     

  2. Marktmonitor: Kanada im Überblick

    Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

    Kanada hat die zweitgrößten Erdöl-Reserven der Welt und ist reich an Nutzholz und mineralischen Vorkommen. Die Wirtschaft des Landes wird jedoch zum größten Teil durch den Dienstleistungssektor dominiert. Zwei Drittel der Wirtschaftsleistung kommen aus dem Handel, aus Unternehmensdienstleistungen und dem Bildungs- und Gesundheitswesen.

    Die Wirtschaft des Landes wird 2017 voraussichtlich um 1,4 bis 1,9 % wachsen. Dies ist auf eine allmähliche Erholung des Energiesektors, ein Erstarken von Wirtschaftszweigen außerhalb der Energiewirtschaft und auf die Bemühungen der Regierung um eine Förderung der wirtschaftlichen Expansion zurückzuführen. Die Ungewissheit im Hinblick auf die US-Politik ist jedoch für Kanada mit Risiken verbunden. Etwa 20 % des Bruttoinlandsprodukts wird in die USA exportiert. Falls US-Präsident Donald Trump seine angekündigten protektionistischen Maßnahmen wahrmacht, könnte die kanadische Wirtschaft einen handelsbezogenen Einbruch erleiden.

    Unternehmensinvestitionen waren 2015 und 2016 aufgrund der niedrigen Ölpreise rückläufig. Die Preise steigen jetzt wieder, was die Aussichten für den Öl- und Gassektor verbessert. In Bezug auf Verbraucherausgaben gibt es weniger Grund zum Optimismus. Eine Verlangsamung des Beschäftigungswachstums behindert Lohnerhöhungen. Verbraucher in Kanada müssen außerdem mit höheren Hypothekenzahlungen rechnen, da die steigenden Zinssätze in den USA die langfristigen Zinsraten in Kanada nach oben treiben.

     

    Reiseprognose

    Reisen ins Ausland machen zwei Drittel aller internationalen Reisen innerhalb des kanadischen Marktes aus; die Anzahl ging jedoch 2016 um 3 % zurück. Obwohl die Anzahl der Reisen aus dem Ausland nach Kanada im Laufe des Jahres um 11 % gestiegen ist, ist daher das Gesamtvolumen der internationalen Reisen nur um 2 % gestiegen. Branchenanalysten erwarten für 2017 etwa das gleiche Wachstum: Die Anzahl der Reisen ins Ausland sollte sich stabilisieren, die Anzahl der Reisen aus dem Ausland wird jedoch zurückgehen.

    Die USA sind mit 70 % der Reisen nach Kanada und etwa 60 % der Reisen aus Kanada im Jahr 2016 der wichtigste Reisemarkt des Landes. Kanadier reisen aber zunehmend auch in andere Länder — wie beispielsweise Mexiko, Großbritannien und Indien. Unterdessen kommen mehr chinesische Reisende nach Kanada: Zwischen 2010 und 2015 hat die Anzahl der Reisen aus China um mehr als 150 % zugenommen. China ist derzeit der drittgrößte Markt für Reisen nach Kanada.

    Inlandsreisen machten etwa zwei Drittel der 35 Mrd. USD aus, die Unternehmen 2016 in Kanada für Reisen ausgegeben haben. Nach zwei Jahren schwachen Wachstums wird erwartet, dass die Ausgaben für Geschäftsreisen bis 2020 um jährlich 4 bis 5 % wachsen werden.

    Flugreisen

    Die meisten der mehr als 30 Linienfluggesellschaften in Kanada sind kleinere regionale Gesellschaften. Air Canada und der Low Cost Carrier WestJet sind die größten Fluggesellschaften des Landes. Beide betreiben landesweite Flugnetze und der gegenseitige Wettbewerb hält die Flugtarife unter Kontrolle. WestJet, traditionell stark im Westen Kanadas vertreten, expandiert in den Osten des Landes und verschärft damit den Wettbewerb in Märkten, in denen Air Canada oft mehr als die Hälfte der Flüge betreibt. Porter Airlines ist eine dritte Option für manche Reisende, insbesondere für Kurzflüge.

    NewLeaf nahm 2016 seinen Betrieb als Ultra Low Cost Carrier oder ULCC auf. Ein zweiter ULCC, Jetlines, wird voraussichtlich in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen. WestJet reagierte darauf mit seinem eigenen ULCC und stellt damit die Weichen für einen Kampf um die Flugpreise für Inlandsflüge.

    Unterkunft

    Nach seinem Zusammenschluss mit Starwood und der Übernahme von Delta Hotels ist Marriott jetzt neben Wyndham, Choice Hotels International, Best Western und IHG eine der größten internationalen Hotelketten auf dem kanadischen Markt. Für 2018 ist die Eröffnung von mindestens 16 Hotels geplant, was die Position von Marriott weiter ausbauen wird.

    Wyndham konzentriert sich auf preisgünstige Hotels. Choice, Best Western und IHG bieten landesweit Hotels in der mittleren Preislage. Marriott hat ein breiter gefächertes Angebot und bietet Hotels in der mittleren und oberen Preisklasse sowie in der gehobenen oberen Preisklasse an. In einigen Städten Kanadas bieten lokale Ketten wie Sandman Hotel Group, Coast Hotels und Le Germain Hotels Alternativen.

     

  3. Marktmonitor Taiwan: Chancen für Travel Manager

    Wirtschaftlicher Überblick

    Dank starker Leistungen der Elektronik-, Chemie- und Maschinenindustrie sind 2016 Taiwans Exporte gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 11 % gestiegen – das stärkste Wachstum seit fünf Jahren. Die Industrie ist aktiv, und die Unternehmensinvestitionen nehmen zu.

    Für einen Schwellenmarkt ist Taiwans Wirtschaftswachstum eher bescheiden. Es wird gebremst von niedrigen Konsumausgaben infolge stagnierender Löhne und eines geschwächten Marktvertrauens. Im Vorjahr betrug das Wirtschaftswachstum insgesamt 1,4 % – für 2017 wird mit einem Anstieg auf voraussichtlich 1,7 % gerechnet. Das entspricht den für 2020 prognostizierten 2,6 %.

    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    Zwischen 2010 und 2016 bewirkte der rege Handel zwischen Taiwan und China ein starkes Wachstum im internationalen Reiseverkehr. Die darauffolgende Verschlechterung der politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern führte zu einem Rückgang der Nachfrage aus China. Die taiwanische Tourismusbranche will eine übermäßige Abhängigkeit von China vermeiden und versucht daher, Besucher aus Singapur, Japan und den USA anzulocken.

    Inlandsreisen machten 20 % der 16 Mrd. USD aus, die 2016 für Geschäftsreisen ausgegeben wurden. Die Umsätze aus Reisen innerhalb Taiwans gingen 2015 um 7 % zurück und werden bis Ende 2017 voraussichtlich nicht mehr wachsen. Das Auslandsreisevolumen ist dagegen seit 2012 jährlich um 10 % gestiegen und macht 46 % der Gesamtausgaben aus. Dieses Segment wird voraussichtlich bis 2020 die umsatzstärkste Geschäftsreisesparte bleiben.

    Die Auflösung von Taiwans drittgrößter Fluggesellschaft TransAsia führte 2016 zu Beeinträchtigungen im Flugverkehr. Das Angebot konzentriert sich mittlerweile um Airline-Gruppen unter der Kontrolle von China Airlines und EVA Air. Die Anteile dieser beiden Gesellschaften an den Flügen aus Taiwans zwei wichtigsten Großstädten Taipei und Kaohsiung machen jeweils etwa 30 % aus. Die Airline Far Eastern Air Transport (FAT) sorgt für ein wenig Konkurrenz, wenngleich sie derzeit an die internationale Reichweite ihrer beiden Rivalinnen nicht herankommt.

    Aufgrund der vielen Touristen aus China wurden neue Hotels gebaut. Internationale Ketten sind jedoch mit weniger als 1 % stark unterrepräsentiert. Marriott expandiert sehr schnell und eröffnet sowohl in Großstädten als auch in kleineren Märkten wie Hualien, Taichung und Tainan neue Hotels. AccorHotels verfolgt ein anderes Konzept und geht unter dem Motto „Selected by Accor“ Partnerschaften mit örtlichen Hotels ein. Dank dieser Strategie ist Accor mittlerweile allein in Taipei mit über 50 Hotels verbunden. Zu diesem Portfolio gehören auch taiwanische Ketten wie Beauty, Fullon und Green World.

    Chancen

    • Dank des zunehmenden Marktvertrauens und der damit einhergehenden Unternehmensinvestitionen verbessern sich auch die Aussichten für die Geschäftsreisebranche.
    • Die Far East Air Transport expandiert ins Ausland, tritt damit in Konkurrenz zu China Airlines und EVA Air und schafft neue Alternativen für Geschäftsreisende.
    • Die rückläufigen Zahlen der Besucher aus China haben die Hotelnachfrage gedrückt. Die sinkende Auslastung bietet Travel Managern die Gelegenheit, günstigere Raten auszuhandeln.

    Herausforderungen

    • Etwaige politische Spannungen zwischen Taiwan und der Volksrepublik China können das Wirtschaftsklima in Taiwan beeinträchtigen.
    • Durch den Zusammenbruch der TransAsia wurde die Marktposition von China Airlines und EVA Air gestärkt, was zu einer kurzfristigen Verringerung des Wettbewerbs führte.
    • Internationale Hotelketten sind außerhalb der taiwanischen Großstädte kaum vertreten.

     

  4. Marktmonitor Argentinien: Zukünftig mehr internationale Hotels

    Wirtschaftlicher Überblick

    Die Wirtschaftsleistung von Argentinien im Zeitraum 2002 bis 2015 war von Populismus und Ressourcenreichtum geprägt. Aufgrund der hohen Rohstoffpreise konnte die Regierung die Staatsausgaben erhöhen, die Arbeitslosigkeit senken und die Energiepreise einfrieren. Letztendlich hatte dies jedoch ein Haushaltsdefizit, steigende Inflation und eine Verknappung der Währungsreserven zur Folge. Die daraus entstandene Volatilität hat das Wirtschaftswachstum spürbar beeinträchtigt.

    Nach seinem Amtsantritt im Jahr 2015 konnte der argentinische Präsident Mauricio Macri Reformen zur Förderung von privaten Investitionen, zum Ausbau wichtiger Wirtschaftssektoren und zur Verringerung der Abhängigkeit von öffentlichen Aufträgen und Konsumausgaben umsetzen.

    Die argentinische Wirtschaft ist 2016 um 2,4 % geschrumpft, aber die Prognosen für 2017 deuten wieder in Richtung Wachstum. Der Arbeitsmarkt erholt sich, und mit der Aussicht auf Lohnsteigerungen ziehen die Konsumausgaben an. Laut aktuellen Prognosen wird auch Argentiniens wichtigster Handelspartner Brasilien in diesem Jahr die Rezession überwinden. Das sollte die Exporte ankurbeln, insbesondere in der Fertigungs- und Automobilindustrie. Laut Oxford Economics wird daher die argentinische Wirtschaft 2017 um 2,5 % wachsen.

     

    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    In den letzten Jahren war der Anteil der ausländischen Besucher rückläufig, d. h. das Wachstum des internationalen Reisemarktes war primär auf die Auslandsreisen der argentinischen Bevölkerung zurückzuführen. Bis 2020 wird dieser Anteil zwei Drittel der internationalen Reisen ausmachen. Trotz rückläufiger Besuche aus dem Ausland haben die Auslandsreisen der Argentinier in den letzten beiden Jahren in Buenos Aires für rekordverdächtige Passagierzahlen gesorgt. Chile und Brasilien sind die beliebtesten Reiseziele, wobei Brasilien dieses Jahr aufgrund seines Konjunkturaufschwungs und der Ausweitung der bilateralen Handelsbeziehungen mit noch mehr argentinischen Besuchern rechnen darf.

    Der Großteil der 2016 für Geschäftsreisen ausgegebenen 11,5 Mrd. USD wurde innerhalb Argentiniens umgesetzt. Inflationsbereinigt sorgten die Gesamtausgaben zwischen 2010 und 2015 jährlich für 3 % durchschnittliches Wachstum. Der voraussichtliche Anstieg der Geschäftsreisen ins Ausland sollte sich bis 2020 in einer jährlichen Wachstumsrate von 4 % niederschlagen.

    Der Marktanteil der staatlichen Fluggesellschaft Aerolineas Argentinas beträgt in Buenos Aires 60 % bei nationalen und internationalen Linienflügen, und nahezu 80 % bei Inlandsflügen. Diese Vormachtstellung ist jedoch durch die geplante Liberalisierung des Luftverkehrsmarkts bedroht. Fünf Fluggesellschaften haben bereits Interesse an Inlandsstrecken bekundet.

    2016 ist die Nachfrage bei Hotelbuchungen gesunken – größtenteils wegen der geringen Anzahl von Reisenden aus dem Ausland. Als Anreiz für ausländische Besucher erstattet die Regierung mittlerweile 21 % Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen. Die staatlichen Maßnahmen zur Erleichterung von Auslandsinvestitionen haben das Interesse internationaler Hotelketten geweckt. Durch die Übernahme der Fen Hotels konnte die Wyndham Hotel Group ihr Portfolio in Argentinien um 16 Immobilien erweitern. Auch andere internationale Ketten und Anleger schauen sich diesen Markt genauer an.

     

    Chancen

    • Die Wachstumsprognosen für Argentinien sind ermutigend. Die Wirtschaftspolitik von Präsident Macri und die Konjunkturerholung beim wichtigen Handelspartner Brasilien stärken die Hoffnung auf Aufschwung.
    • Die Liberalisierung des Luftverkehrsmarkts wird das Angebot und die Auswahl beleben. Außerdem liegen Pläne für den ersten nationalen Billiganbieter vor, was die Preise für Inlandsflüge drücken sollte. Aerolineas Argentinas wird sich einem Tarifkampf stellen müssen, um die bestehenden Marktanteile zu halten.
    • Da es immer mehr internationale Hotelketten ins Land zieht, steigt für Geschäftsreisende die Auswahl an bevorzugten Unterkünften.

    Herausforderungen

    • Die Inflation in Argentinien ist hoch, und wegen der steigenden Löhne und Energiekosten muss auch mit Preiserhöhungen gerechnet werden.
    • Die Reformen von Präsident Macri sollen in erster Linie ausländische Investoren und Touristen anziehen. Das kann zu einer Verknappung bei Flügen und Hotelzimmern führen, wenn die Supplier nicht mit einer Erweiterung der Kapazitäten reagieren.
    • Aerolineas Argentinas bereitet sich durch Umstrukturierung auf einen intensiveren Wettbewerb vor. Die damit einhergehenden Flugplanänderungen und mögliche Arbeitskampfmaßnahmen können Reiseunterbrechungen verursachen.
  5. Marktmonitor Japan: Neue Hotels für Olympia 2020

    Wirtschaftlicher Überblick

    Japan war einer der ersten asiatischen Tigerstaaten. Zwischen den 1960er und den 1990er Jahren wuchs das BIP dieses Landes derart schnell, dass sich Japan als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt etablieren konnte (nach den USA und China). Im Folgezeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten litt Japan unter einer schwachen Wirtschaftsleistung. Kapazitätsüberschüsse – insbesondere in der Produktion und im Bauwesen – führten zu einer anhaltenden Deflation. Zahlreiche Forderungsverluste waren der Grund für eine konservative Kreditvergabepolitik der Banken, was wiederum zu einem Mangel an Geldmitteln für die Investitionsfinanzierung im Privatsektor führte.

    Das Exportvolumen hat 2016 zugelegt, aber die Wachstumsraten blieben unverändert schwach. Im Vergleich zum Vorjahr ist die japanische Wirtschaft im dritten Quartal um lediglich 1 % gewachsen. Die Binnennachfrage stagniert, die Ausgaben der privaten Haushalte wachsen bescheiden und die Unternehmensinvestitionen sind rückläufig.

    Seit dem Wahlsieg von Donald Trump hat der Yen gegenüber dem Dollar um ca. 6 % an Wert verloren. Wenn die Zinssätze in den USA steigen und Trump bestimmte Änderungen im Außenhandel durchsetzt, kann der Yen-Kurs 2017 noch weiter fallen. Der Vorteil: Ein schwacher Yen sollte sich positiv auf die japanische Exportwirtschaft auswirken.

     

    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    Laut Tourism Economics wird der japanische Geschäftsreisemarkt von Inlandsreisen dominiert, die 2015 93 % der Reiseausgaben in Höhe von 70 Mrd. USD ausgemacht haben. Die Wachstumsrate bei inländischen Geschäftsreisen wird bis 2020 voraussichtlich bei 1 % bleiben. Internationale Reisen sollten mit fast 7 % pro Jahr deutlich stärker wachsen. Dieses Segment macht zwar nur 7 % der Gesamtausgaben aus, aber für Supplier bleibt das Marktvolumen mit 5 Mrd. USD dennoch attraktiv.

    Unterdessen zieht es Scharen von ausländischen Touristen nach Japan. Seit 2010 sind die jährlichen Besucherzahlen um stolze 180 % auf über 24 Millionen gestiegen. Im Vergleich dazu sind im selben Zeitraum nur 5 % mehr Japaner ins Ausland verreist. Besucher aus China, Hongkong und Taiwan werden bis 2020 voraussichtlich weiterhin den Großteil des Tourismuswachstums ausmachen.

    Der gesättigte japanische Flugreisemarkt ist im Großteil des Jahres 2016 um lediglich 1 % gewachsen. Die Fluggesellschaften konnten ihre Kapazitäten erfolgreich steuern. Billiganbieter sind seit Langem etabliert. Acht von ihnen bieten Inlandsflüge an; sie machen etwa ein Fünftel der Kapazität der Tokio-Flughäfen Haneda und Narita aus. National beträgt ihr Marktanteil nur 10 %.

    Die Kombination aus konstant wachsenden Besucherzahlen und einem chronischen Mangel an Hotelzimmern hat das Anlegerinteresse am japanischen Markt für Unterkünfte angeregt. Mit dem Näherrücken der Olympischen Spiele 2020 konzentrieren sich die meisten internationalen Ketten auf Tokio – insbesondere auf Luxusimmobilien im Zentrum. Da aber die Touristenzahlen auch außerhalb der Metropolen zunehmen, wird dieser Bereich für Hotelentwickler immer interessanter. 2017 wird mehr als ein Drittel aller neuen Hotelzimmer außerhalb der Großstädte entstehen.

     

    Chancen

    • Aufgrund der Abwertung des Yen werden Japanreisen erschwinglicher, insbesondere für Reisende aus den USA. Dadurch wird das Land auch für ausländische Investoren attraktiver.
    • Japanische Billigflieger haben derzeit ideale Voraussetzungen, außerhalb von Tokio zu expandieren. Ausländische Low Cost Carrier bieten immer mehr Flüge nach Japan an. Eine Expansion im Billigsektor wird sich voraussichtlich in Preissenkungen bei Kurzstreckenfügen niederschlagen.
    • Hotelketten rücken in Regionen außerhalb der Großstädte Tokio, Osaka und Nagoya vor, wodurch das Angebot an Unterkünften für Besucher kleinerer Städte wächst.

    Herausforderungen

    • Fast 20 % der japanischen Warenexporte gehen nach China. Eine deutlichere Verlangsamung der chinesischen Konjunktur könnte Japan erneut in eine Rezession stürzen.
    • Der Wettbewerb im japanischen Inlandsflugmarkt ist eingeschränkt. Japan Air Lines (JAL) und All Nippon Airways (ANA) sind an fünf japanischen Billiganbietern beteiligt und bilden somit im Wesentlichen ein Duopol.
    • Die konstant hohe Nachfrage und das geringe Angebot haben die durchschnittlichen Hoteltagesraten nach oben getrieben. Das Consulting-Unternehmen Advito rechnet 2017 mit einer Steigerung der japanischen Hotelraten im Bereich von 4 – 6 %.
  6. Marktmonitor Indien: Aufschwung erwartet

    Wirtschaftlicher Überblick

    Indien hat sich größtenteils von einer landwirtschaftlich ausgerichteten Wirtschaft in eine Dienstleistungsgesellschaft verwandelt, ohne eine Phase der Industrialisierung zu durchlaufen. Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet nun 53 % des Bruttosozialproduktes, weist aber nur 30 % der Arbeitsplätze auf. Mehr als 50 % aller Beschäftigten sind nach wie vor in der Landwirtschaft tätig. Dies erklärt auch, warum das BSP Indiens pro Kopf immer noch weit unter dem Durchschnitt der Schwellenländer in Asien liegt. Die Wirtschaft Indiens hat zwar ein schnelles Wachstum erzielt, was sich aber nur langsam in allen Schichten der Bevölkerung auswirkt.

    Die gegenwärtige Regierung, die seit 2014 im Amt ist, hat eine Wirtschaftslage geerbt, die sich durch hohe Inflation, schwierige wirtschaftliche Bedingungen und weitverbreitete Korruption auszeichnet. Sie hat versucht, das Vertrauen der Investoren in Indien zu stärken, aber die Wirtschaftsreformen kommen nur schwer voran. Das Chaos, das kürzlich durch den Versuch ausgelöst wurde, verschwundene Milliarden durch die Abschaffung von 1.000- und 500-Rupien-Scheinen in die Wirtschaft zurückzuführen, veranschaulicht die Problematik der Reformumsetzung.

    Die Wirtschaftsleistung zieht seit 2012 langsam an und könnte dieses Jahr ihren Höhepunkt erreichen. Für 2017 wird ein Wachstum von 7,5 % vorhergesagt, das dann bis 2020 auf 6,5 % abfallen wird. Aber die Wirtschaft könnte die Erwartungen übertreffen. Aufgrund der stetig sinkenden Inflation konnte die Bank ob India damit beginnen, die Zinssätze mit dem Ziel zu senken, einen wenn auch lückenhaften Wiederaufschwung in der herstellenden Industrie sowie ein aufstrebendes Wachstum zu unterstützen. Darüber hinaus werden Verbraucher angesichts steigender Einkommen der Beschäftigten der öffentlichen Hand ihre Ausgaben steigern.

    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    2015 sind mehr als 13 Millionen Menschen nach Indien gereist. Die Mehrzahl der Besucher kam aus den USA. Der Anteil am gesamten Besucheraufkommen soll von 15 % im Jahr 2015 auf 18 % in 2020 ansteigen. Sri Lanka, Japan und Singapur bieten ebenfalls gute Wachstumsaussichten. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind das beliebteste Reiseziel unter indischen Reisenden, aber auch das Interesse an Bahrain, Singapur, Malaysia und Frankreich steigt.

    Der Markt für Geschäftsreisen in Indien hatte 2015 ein Volumen von 23 Milliarden USD, was ihn zum neuntgrößten Markt der Welt machte. Inlandsreisende sind für 70 % der Gesamtausgaben verantwortlich. Wie von Oxford Economics vorhergesagt, wird erwartet, dass sie auch den Anstieg der Geschäftsausgaben für 2017 in Höhe von 12 % vorantreiben werden. Die Ausgaben von aus dem Ausland kommenden Besuchern in Indien werden schätzungsweise um 6,5 % ansteigen – die schwächste Leistung der letzten 5 Jahre.

    Der Markt für Flugreisen boomt in Indien. Die Zahl der einheimischen Reisenden stieg in der ersten Hälfte des Jahres 2016 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um ein Fünftel an. Der Markt wird von Billiganbietern beherrscht. Mit einem Anteil von 40 % ist IndiGo der klare Marktführer. Wenn man GoAir, SpiceJet und AirAsia India noch dazu nimmt, haben die Billiganbieter einen weiterhin wachsenden Anteil von 63 %. Die Lockerung der Beschränkungen für Auslandsflüge von indischen Fluggesellschaften könnte schon bald zu einem Anstieg von internationalen Reisen führen.

    Nach der Fusion mit Starwood hat Marriott die Indian Hotels Co. (IHCL oder Taj Group) übernommen und ist nun die größte in Indien tätige Hotelkette. Zu weiteren führenden Ketten gehören ITC Hotels, AccorHotels, Hyatt und IHG. Diesen folgen mittelgroße indische Hotelketten wie Sarovar, Oberoi Hotels & Resorts, Lemon Tree Hotels und Leela Palaces. Die größten Hotelmarken verlagern ihren Fokus auf Tier-2- und Tier-3-Märkte. Niedrigere Barrieren für den Markteinstieg bedeuten, dass Hotelbesitzer in diesen kleineren Städten schneller expandieren und von der Ausweitung des Marktes für Inlandsreisen profitieren können.

    Chancen

    • Das Regierungsbudget für 2016-17 beinhaltet Steuerreformen, Infrastrukturinvestitionen und das Versprechen, die Geschäftstätigkeit in Indien zu erleichtern. Diese wirtschaftspolitischen Maßnahmen könnten zu einer Stimulierung der Nachfrage für Geschäftsreisen führen.
    • Durch gelockerte Luftfahrtbestimmungen können Marktneulinge wie AirAsia India und Vistara relativ früh internationale Flüge anbieten. Reisende werden daher schon bald bei Flügen von Indien zu beliebten Destinationen wie dem Nahen Osten und Südost-Asien mehr Auswahlmöglichkeiten haben. Verstärkter Wettbewerb sollte auch zu niedrigeren Preisen führen.
    • Sobald internationale Hotelketten sich auch in den kleineren Städten Indiens etablieren, werden internationale Reisende auch in Tier-2- und Tier-3-Märkten Hotelketten-weite Unternehmenstarife ausnutzen können.

    Herausforderungen

    • Wenn die Trump-Regierung in Fragen des internationalen Handels eine protektionistische Haltung der USA einnimmt, wird das sicherlich ein Schlag für Indien und andere asiatische Märkte sein.
    • Die Entscheidung der Regierung, 1.000- und 500-Rupien-Scheine abzuschaffen, hat eine landesweite Bargeldknappheit verursacht, die auch Geschäftsreisende beeinträchtigt hat. Sollte die Regierung bei anderen Reformen ähnlich unglücklich vorgehen, könnte es zu weiteren Störungen dieser Art kommen.
    • Gleichzeitige Verknappung des Hotelangebots und steigende Nachfrage könnte das Ende einer Phase mit relativ erschwinglichen durchschnittlichen Tagespreisen bedeuten.
  7. Marktmonitor China: Wachstum verlangsamt sich

    Wirtschaftlicher Überblick

    Seit den frühen 1980er Jahren hat sich China zum größten Exporteur und zum zweitgrößten Ölverbraucher der Welt entwickelt. Das Wachstum der letzten 20 Jahre, oft mit einer Rate von mehr als 10 % pro Jahr, hat die Wirtschaft Chinas seit 2009 auf den zweiten Rang in der Welt katapultiert.

    Seit einigen Jahren wendet sich die chinesische Führung bei der Weiterentwicklung der Wirtschaft des Landes von den früheren Investitionen in Infrastruktur und Handel ab. Jetzt spielen Verbraucherausgaben eine zunehmend wichtige Rolle. Dieser Wechsel ging mit einer Abschwächung der Konjunktur einher.

    Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im Jahr 2015 um 6,9 %. Dies war das schwächste Wachstum seit 25 Jahren. Im ersten Halbjahr 2016 betrug das Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 6,7 %. Die jüngsten Maßnahmen zur Konjunkturbelebung — eine Stärkung des Kreditwachstums, Lockerung der Wohnungspolitik und Erhöhung der Ausgaben für Infrastruktur — haben zu einer Belebung der Wirtschaft geführt. Oxford Economics sagt für dieses Jahr ein Wachstum von nur 6,6 % voraus und geht davon aus, dass ein langsameres Wachstums in Zukunft die neue Norm für China sein wird.

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    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    2015 besuchten fast 57 Millionen Menschen China. Mehr als die Hälfte von ihnen kam aus den chinesischen Gebieten Hongkong und Macao, gefolgt von Besuchern aus Südkorea, Japan und den USA. Drei Viertel der Reisenden besuchen China im Rahmen von Privatreisen. China ist nach den USA weiterhin der weltweit zweitgrößte Markt für Geschäftsreisen und zog 2015 mehr als 14 Millionen Geschäftsreisende an. Chinesische Reisende treiben die Geschäftsreiseausgaben in die Höhe. Diese beliefen sich 2015 auf mehr als 170 Milliarden USD. Laut Oxford Economics und dem World Travel & Tourism Council entfielen 2009 nur 9 % der Geschäftsreiseausgaben auf Reisende aus dem Ausland und 2017 könnten es nur noch etwa 3 % sein.

    Die staatlichen Flugkonzerne Air China, China Eastern und China Southern sehen sich mit einer wachsenden Konkurrenz der HNA Group konfrontiert, zu der die Fluggesellschaften Hainan, Tianjin und Capital gehören. Mit mittlerweile mehr als 100 Millionen Erwachsenen weist Chinas schnell wachsender Mittelstand ein beträchtliches Einkommen für Urlaubsreisen auf. Dies lockt Low Cost Carrier mit internationalen Ambitionen an, wie zum Beispiel Spring Airlines.

    Internationale Hotelketten investieren traditionell in Luxusimmobilien, während örtliche Ketten — wie die Huazhu Hotels Group, Jin Jiang International und Homeinns Hotel Group — die unteren Kategorien abdecken. Der expandierende Mittelstand treibt jedoch auch Veränderungen im Hotelwesen voran. Internationale Marken der mittleren und unteren Preissegmente, z.B. Best Western, Holiday Inn Express und Ibis, haben jetzt Hotels in den wichtigsten Städten und Zielorten, wie Dalian, Harbin und Suzhou.

    Chancen

    • Höhere Gehälter und höhere Staatsausgaben erhöhen den Lebensstandard der Bevölkerung. Dies führt zu einer verstärkten Nachfrage von Verbrauchern aus Chinas Mittelklasse, die weiter anwächst und sich über das ganze Land ausbreitet. Der Anstieg der Verbraucherausgaben steht im Einklang mit der Politik der chinesischen Regierung, die darauf abzielt, die heimische Nachfrage zu steigern.
    • Die Regierung bemüht sich, die Bürokratie abzubauen und deren Rolle in der Wirtschaft zu verringern, um dem freien Markt mehr Spielraum zu geben. Damit erhalten Unternehmen mehr Möglichkeiten zur Expansion.
    • Low Cost Carrier expandieren und gewinnen unter chinesischen Geschäftsreisenden langsam an Akzeptanz.

    Herausforderungen

    • Das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich hinter den Zielen zurückbleiben, die die Regierung im Plan für 2016 – 20 festgelegt hat. Die Regierung wird möglicherweise versuchen, das Wachstum durch Kompromisse bei Reformbestrebungen, die den zukünftigen wirtschaftlichen Ausbau fördern sollen, kurzfristig anzukurbeln.
    • Unternehmen haben mit der doppelten Herausforderung von steigenden Kosten in der Branche und einer Abschwächung der Konjunktur zu kämpfen.
    • Einige Hotelunternehmen haben Steuerreformen dazu genutzt, Preiserhöhungen zu rechtfertigen. Reisende müssen darauf achten, nicht zu viel für Hotelunterkünfte zu bezahlen.

     

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  8. Marktmonitor Australien: Mehr Wachstum als erwartet

    Wirtschaftlicher Überblick

    Die vielfältige Wirtschaft Australiens hat 2015 ein robustes Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 51.000 USD pro Kopf erwirtschaftet. Das Land befindet sich in einer langanhaltenden Phase nachhaltigen Wachstums, die einst von der Nachfrage Chinas nach Rohstoffen verstärkt wurde. Aber diese Nachfrage hat in den letzten Jahren nachgelassen. Obwohl die Landwirtschaft und der Bergbau immer noch mehr als die Hälfte aller Exporte ausmachen, liegt der Anteil dieser Wirtschaftszweige heute nur mehr bei 12 % des BIP.

    Die Abschwächung der Nachfrage aus China führte 2015 zu einem Preisverfall von Rohstoffen wie Kohle, Eisen, Erz, Zink, Kupfer und Bauxit. Die verarbeitende Industrie Australiens ist im Niedergang begriffen und erwirtschaftet zurzeit weniger als 10 % des BIP. Nichtsdestotrotz übertrifft die gesamtwirtschaftliche Leistung die Erwartungen der Experten. Ein Anstieg der Regierungsausgaben und -investitionen und starke Exporte in anderen Bereichen als dem Bergbau gleichen die Auswirkungen der steigenden Importe, das Nachlassen der Verbraucherausgaben und die Schieflage im Bergbau wieder aus.

    Oxford Economics erwartet einen Anstieg des Wirtschaftswachstums in Australien von 2,4 % im Jahr 2015 auf 2,9 % 2016. In seiner Wirtschaftsprognose geht das Unternehmen davon aus, dass sich das Wachstum in den nächsten drei Jahren zwischen 2,7 % und 2,9 % bewegen wird.

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    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    Fast 7,5 Millionen Besucher kamen 2015 nach Australien. Mit einem Anteil von 18 % kam die Mehrzahl der Touristen aus Neuseeland. Aber auch die Anzahl der Besucher aus China hat von 2 % im Jahr 2000 stark zugenommen und macht nun 14 % aus. Der Anteil der Besucher aus Japan, der zu Hochzeiten 15 % betrug, ist zurückgegangen und beträgt nur noch 5 %.

    Der Geschäftsreisemarkt hat einen Wert von 20 Milliarden USD pro Jahr, wobei zwei Drittel des Aufkommens auf Inlandsreisende entfallen. Oxford Economics geht für 2016 von einer schwachen Entwicklung der Ausgaben aus und prognostiziert einen Anstieg von weniger als 2 %. Der Markt scheint jedoch für neues Wachstum gerüstet zu sein, da die wirtschaftliche Stabilität den Konjunkturoptimismus auch weiterhin stärkt.

    Qantas und Virgin Australia dominieren den örtlichen Flugreisemarkt. Zusammen mit ihren Low-Cost-Anbietern Jetstar und Tigerair Australia stellen sie in Sydney, Melbourne und Brisbane 80 bis 90 % aller Flüge. Die Finanzlage beider Fluggesellschaften hat sich verbessert. Qantas hat vor Kurzem einen Rekordjahresgewinn gemeldet und Virgin schreibt nach drei Verlustjahren wieder schwarze Zahlen. Durch neue Investitionen der HNA Group und der Nanshan Group in Virgin Australia ist das Unternehmen besser in der Lage, von der chinesischen Nachfrage zu profitieren.

    Das Angebot an Hotelzimmern konzentriert sich auf die großen Städte Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide und Perth, die auch weiterhin den Löwenanteil der zukünftigen Hotelinvestitionen anziehen. Der umfassende Bestand an AccorHotels, Best Western und Choice Hotels bedeutet jedoch, dass Reisende auch in anderen Städten eine Auswahl haben.

    Chancen

    • Außerhalb des Bergbaus sorgen steigendes Vertrauen und Kreditwachstum für einen bescheidenen Anstieg der Geschäftsinvestitionen.
    • Die Rohstoffpreise sind zwar niedrig, aber dasselbe gilt für die Produktionskosten. Rohstoffexporteure erhöhen das Angebot, um Einnahmen und Gewinne zu steigern.
    • Die Exporte von Flüssig-Erdgas steigen in dem Maße, wie neue Produktionskapazitäten erschlossen werden.

    Herausforderungen

    • Die australische Wirtschaft passt sich auch weiterhin an das Ende des Aufschwungs im Bergbau an. Schwächere Unternehmensgewinne und niedrigere Löhne hemmen Unternehmensinvestitionen und Verbraucherausgaben, die dazu beitragen könnten, die im Bergbau entstandene Lücke zu füllen.
    • Eine niedrige Inflation bedeutet, dass die Mitarbeiter über eine größere Kaufkraft verfügen, aber der Inflationsdruck steigt.
    • Über ein Drittel aller Exporte des Landes gehen nach China und diese Konzentration könnte eine Gefahr für die australische Wirtschaft darstellen, da sich in China ein Wandel hin zu einem langsameren und ausgeglicheneren Wachstum vollzieht.

     

  9. Marktmonitor Oman: Diversifizierung statt Öl

    Wirtschaftlicher Überblick

     

    Mit einem Anteil von 46 % am Bruttoinlandsprodukt ist die Erdölgewinnung die wichtigste Stütze der Wirtschaft des Sultanats Oman. Da die Ölreserven Schätzungen zufolge nur noch 15 Jahre reichen, konzentriert sich Oman verstärkt auf die Produktion von Erdgas und priorisiert eine stärkere wirtschaftliche Diversifizierung. Die Regierung strebt an, den Anteil der Ölindustrie am BIP bis 2020 auf 9 % zu senken. Sie ist bemüht, ausländische Direktinvestitionen zu gewinnen, insbesondere in der Leichtindustrie, der Energieerzeugung und im Tourismus. Darüber hinaus hält das Land seine Bürger dazu an, von der Arbeit im öffentlichen Sektor in die Privatwirtschaft zu wechseln.

     

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    Seit 2015 haben die fallenden Ölpreise zu einer Verringerung der Staatseinnahmen geführt, was Ausgabenkürzungen zur Folge hatte. Zu den Sparmaßnahmen der Regierung gehören unter anderem Kürzungen von Subventionen, insbesondere für Strom und Benzin. Die Gehälter von Beschäftigten im öffentlichen Dienst werden strenger kontrolliert, und das Land hat außerdem seine Verteidigungsausgaben gekürzt. Oman plant, die Staatseinnahmen durch die Einführung einer neuen Mehrwertsteuer zu erhöhen. Diese soll 2017 oder 2018 in Kraft treten. Die Einführung der Mehrwertsteuer wird mit Sicherheit zu einem Anstieg der Verbraucherpreise für Waren und Dienstleistungen führen.

     

    Oxford Economics geht für 2016 aufgrund der Sparmaßnahmen und der anhaltend niedrigen Ölpreise von einem Wirtschaftswachstum von 2 % aus. Im Vorjahr waren es noch 3,6 %. Das Wirtschaftsforschungsinstitut rechnet damit, dass das Wirtschaftswachstum Omans in den nächsten Jahren auf diesem Niveau bleiben wird.

     

    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

     

    Oman ist einer der kleineren Reisemärkte im Nahen Osten. Mit weniger als 2,5 Millionen internationalen Reisenden im Jahre 2015 haben nur der Irak und Jemen weniger Besucher. Die Einnahmen aus der Reisebranche könnten sich mit dem Ausbau des Flughafens von Maskat und der Eröffnung des omanischen Kongress- und Ausstellungszentrums erhöhen. Die Regierung hat sich das langfristige Ziel gesetzt, die Besucherzahl des Sultanats bis 2040 auf 9 Millionen Besucher zu erhöhen.

     

    2015 haben Geschäftsreisende nur 1 Milliarde USD in Oman ausgegeben. Das ist deutlich weniger als die in Saudi-Arabien ausgegebenen 8 Milliarden USD oder die 10 Milliarden USD in Kuwait. Ein Drittel dieser Ausgaben entfiel auf Geschäftsreisende, die aus dem Ausland nach Oman reisten. Dieser Anteil ist jedoch rückläufig, da Arbeitskräfte aus der Ölindustrie seltener das Land bereisen.

     

    Reisende nach Maskat haben eine große Auswahl an internationalen Hotels. Hotelketten investieren weiterhin in die Stadt. So planen unter anderem Dusit, Hilton, Starwood und Wyndham die Eröffnung neuer Hotels. Die Unterbringungsmöglichkeiten anderenorts sind begrenzter. In Salalah, Sohar und Duqm können Reisende jedoch ein oder zwei Hotels finden, die zu internationalen Hotelketten gehören.

     

    Der Flugverkehr konzentriert sich ebenfalls auf Maskat. Von dort bietet Oman Air, die größte Fluggesellschaft, regelmäßig Flüge in die zweitgrößte Stadt Omans, Salalah. Außerdem werden internationale Flüge in 45 Städte im Nahen Osten, in Südasien und Europa angeboten. Salam Air, ein Low Cost Carrier, soll 2017 den Betrieb aufnehmen. Mit diesem Schritt will die Regierung Omans die Luftfahrt und den Fremdenverkehr ausbauen.

     

    Chancen

     

    – Der Entwicklungsplan der Regierung für 2016 – 2020 sieht vor, die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Erdöl zu verringern. Die politische Führung Omans fördert den Ausbau von verarbeitender Industrie, Transportwesen, Logistik und Tourismus, um eine breitere Vielfalt von wirtschaftlichen Investitionen ins Land zu bringen.

     

    – Die Erdgasgewinnung floriert. Die Erschließung neuer Gasvorkommen, beispielsweise durch BP in Khazzan, soll demnächst beginnen. In der Zwischenzeit finanzieren Investoren weiterhin die Suche nach neuen Erdgasvorkommen.

     

    – Die Investitionen der Regierung in die Reisebranche haben Hotels dazu bewegt, ihre Kapazitäten auszubauen. Das Angebot übersteigt derzeit die Nachfrage. Daher können Geschäftsreisende attraktive Hotelangebote finden.

     

    Herausforderungen

     

    • Je mehr sich die Wirtschaft Omans von der Erdölabhängigkeit löst, umso mehr werden Kürzungen von Staatsausgaben und Steuererhöhungen das Wirtschaftswachstum belasten.
    • Die Einführung einer Mehrwertsteuer wird die Kosten für Reisende, insbesondere für Hotelaufenthalte, höchstwahrscheinlich erhöhen.
    • Niedrige Ölpreise bremsen Investitionen in die Erschließung neuer Erdölvorkommen und in die Modernisierung der Produktion.

     

    Die BCD Travel Experten für Research & Intelligence erkennen die Trends, die das internationale Geschäftswachstum in neuen Märkten antreiben. Sprechen Sie mit Ihrem Account Manager darüber, wie BCD Travel das Wachstum Ihres Unternehmens unterstützen und Ihre Reisenden in alle Welt bringen kann, wo immer sie benötigt werden.

  10. Marktmonitor Malaysia: Mehr Export, weniger Wachstum

    Wirtschaftlicher Überblick

     

    Die exportorientierte Wirtschaft Malaysias wird von den Sektoren Landwirtschaft, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe getragen. Der externe Waren- und Dienstleistungsstrom aus diesem südostasiatischen Land macht 70 % seiner Wirtschaftsleistung aus. Auch der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor, der laut Oxford Economics bis 2020 um durchschnittlich 5 % pro Jahr wachsen soll.

    Im Jahr 2015 verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum auf 5 %, nachdem es im Vorjahr noch 6 % waren. Die Wirtschaft Malaysias wächst jetzt so langsam wie nie zuvor seit 2009. Verschlimmert wird dies durch die stockende Investitionstätigkeit sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor.

    Die malaysische Währung wird in diesem Jahr einen Anstieg der Exporte fördern. Steigende Preise und ein geringes Beschäftigungswachstum deuten darauf hin, dass sich die Konsumlaune verschlechtert. Oxford Economics sagt für 2016 ein Wirtschaftswachstum von 4,3 % und für die Folgejahre ein Wachstum von unter 5 % voraus.

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    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

     

    Die Mehrzahl der 36 Millionen internationalen Besucher, die Malaysia im Jahr 2015 besuchten, kamen als Touristen, aber 12 % von ihnen kamen aus geschäftlichen Gründen. Die Ausgaben für Geschäftsreisen beliefen sich im Jahr 2015 auf 22 Milliarden US-Dollar und machten Malaysia zum viertgrößten Reisemarkt in Asien – gleichauf mit Indien und Singapur. Zwei Drittel der Ausgaben im Bereich Geschäftsreisen entfallen auf ausländische Besucher, doch auch für Inlandsreisen nehmen die Ausgaben rapide zu.

    Hotels erfreuen sich im Jahr 2016 einer stärkeren Nachfrage. Grund hierfür ist hauptsächlich die schwache Landeswährung, der Ringgit, der Malaysia zu einem erschwinglicheren Reiseziel macht. Nach der Lockerung seiner Visavorschriften konnte Malaysia auch mehr Reisende aus China anziehen. Kuala Lumpur bietet eine gute Auswahl an internationalen Hotels. In Kota Kinabalu und Penang dagegen ist die Auswahl doch etwas begrenzter.

    Bei den meisten Kurzstreckenflügen können die Passagiere zwischen Malaysia Airlines und dem Billiganbieter AirAsia wählen. Als dritte Option ist jetzt der Full-Service-Billiganbieter Malindo Air in den Markt eingestiegen. Hinter diesem Anbieter, der schnell expandiert und bereits Pläne für Langstrecken hat, steht die indonesische Fluggesellschaft Lion Air.

     

    Chancen

     

    • Das Vertrauen der Verbraucher und ein Anstieg des Mindestlohns kurbeln den inländischen Konsum an, der das wirtschaftliche Wachstum stützt.
    • Waren aus Malaysia sind auf den globalen Märkten aufgrund der Abwertung des Ringgit günstiger.
    • Die Regierung plant, die Infrastrukturausgaben zu erhöhen, was einen positiven Einfluss auf Unternehmen haben wird, die an diesen Projekten beteiligt sind.

     

    Herausforderungen

     

    • Das mit der Währungsabwertung verbundene langsame Beschäftigungswachstum und die steigenden Preise könnten den Konsum im Privatbereich belasten, der die Wirtschaft in den vergangenen Monaten erheblich gefördert hat.
    • Der Skandal um einen malaysischen Staatsfond, 1Malaysia Development Bhd (1MDB), hat ausländische Investoren verunsichert und den Kapitalfluss in das Land reduziert.
    • Eine Erhöhung des Zinsniveaus in den Vereinigten Staaten würde zusätzlichen Druck auf die malaysische Währung ausüben.