1. City Guide Johannesburg

    Die größte Stadt Südafrikas – von den Einheimischen Jo’burg oder Jozi genannt – erlebt derzeit eine Renaissance. Die Stadtmitte entwickelt sich zu einem Zentrum für Kunst und Kultur. Durch Maßnahmen zur städtischen Erneuerung entstehen schicke Einkaufsviertel, das Nachtleben pulsiert, und viele Parks und Galerien wurden renoviert. Doch Johannesburg verleugnet auch nicht seine bewegte Geschichte: Museen und Denkmäler dokumentieren den Aufstieg und Fall der Apartheidpolitik auf Südafrikas Weg zur Demokratie.

    Johannesburg ist die treibende Wirtschaftskraft des Landes und der südafrikanische Sitz vieler internationaler Unternehmen und großer Banken. Die wichtigsten Sektoren sind der Einzelhandel, die Fertigungsindustrie und die Dienstleistungsbranche.

    Transfer zum Flughafen

    Der O.R. Tambo International Airport liegt 24 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Der Gautrain fährt zu Stoßzeiten (Montag bis Freitag 5:30-8:30 Uhr und 15:00-18:00 Uhr) alle 12 Minuten und außerhalb der Stoßzeiten alle 20 bis 30 Minuten. Eine einfache Fahrt zum Hauptbahnhof Sandton kostet 72 Rand (5,43 USD bei einem Wechselkurs von 1:13,26).

    Wenn Sie mit dem Taxi fahren, nehmen Sie ein mit Taxameter ausgestattetes Fahrzeug eines offiziellen Unternehmens wie Orange Cabs oder Zebra Cabs.

    Unterwegs in Johannesburg

    Johannesburg ist eine weitläufige Stadt. Der öffentliche Verkehr wird zwar ausgebaut, aber das derzeitige System ist unzuverlässig und deckt nicht das gesamte Stadtgebiet ab. Wenn Sie ein zuverlässiges Fortbewegungsmittel benötigen, wenden Sie sich an einen seriösen Chauffeurservice oder mieten Sie einen Wagen für die Dauer Ihres Aufenthalts.

    Übernachtungsmöglichkeiten

    Als gehobene Unterkünfte empfehlen sich das Hyatt Regency Johannesburg (191 Oxford Road, Rosebank; Tel.: 27-11-280-1234), das Intercontinental Johannesburg Sandton Towers (Ecke Maude und 5. Straße; Tel.: 27-11-780-5555), das Crowne Plaza Hotel Johannesburg The Rosebank (Ecke Tyrwhitt und Sturdee Avenue, Rosebank; Tel.: 27-11-448-3600) oder das Radisson Blu Hotel Sandton/Johannesburg (Ecke Daisy und Linden Street, an der Rivonia Road; Tel.: 27-11-245-8000)Unser Tipp für die mittlere Preislage ist das Mercure Johannesburg Randburg (Ecke Republic Road und Arandburg Waterfront; Tel.: 27-11-326-3300).

    Sehenswürdigkeiten und Unternehmungstipps

    Die Rolle von Johannesburg in den großen Kriegen des 20. Jahrhunderts ist im South African Museum of Military History dokumentiert, wo Artefakte, Panzer und Flugzeuge ausgestellt sind. Es ist täglich von 9:00 bis 16:30 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 40 Rand (3,02 USD). Das Apartheid Museum erinnert auf bedrückende Weise an die Ära der Unterdrückung und Rassentrennung in Südafrika. Videos, Texte und Audioaufnahmen vermitteln dem Besucher ein Bild vom Apartheid-System und erzählen inspirierende Geschichten über den Kampf um Demokratie. Das Museum ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 85 Rand (6,41 USD). Constitution Hill ist ein weiterer Ort, an dem die Geschichte der Apartheid erzählt wird. Das einstige Gerichtsgebäude und Gefängnis, in dem Nelson Mandela und andere Aktivisten inhaftiert waren, dient nun als Mahnmal für Freiheit und Menschenrechte. Führungen finden zu jeder vollen Stunde zwischen 9:00 und 16:00 Uhr statt und kosten 30 Rand (2,26 USD).

    Der Stadteil Maboneng verkörpert den Wandel Johannesburgs. Der Name Maboneng bedeutet in der Sotho-Sprache „Ort des Lichts“. Das ist in der Tat eine treffende Bezeichnung für ein urbanes Viertel, das zu einem Zentrum für Kunst und Kultur herangewachsen ist. Galerien, Boutiquen und Veranstaltungsorte locken Einheimische und Touristen an. Man kann ohne Weiteres einen ganzen Tag in diesem hippen Viertel verbringen – besonders sonntags, wenn der belebte Food- und Design-Markt stattfindet.

    Die Montecasino Bird Gardens beherbergen eine große und abwechslungsreiche Sammlung von Vögeln, Säugetieren, Reptilien und Amphibien. Hier schlendern die Besucher über erhöhte Laufstege durch zauberhafte Gärten und bewundern Kreaturen wie Scharlachsichler, Kragentauben, bunte Frösche und kleine Antilopen. Unter dem Motto „Flights of Fantasy“ findet dreimal täglich eine Vogelschau mit Pelikanen, Geiern, Kranichen und Eulen statt. Der Garten ist täglich von 8:30 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 70 Rand (5,28 USD).

    Gastronomie

    Aufgrund ihres unaufdringlichen Charmes erfreut sich die Parea Taverna vieler Stammgäste. Hier wird in ungezwungener Atmosphäre griechische Küche serviert. Zu den beliebtesten Gerichten zählen Tintenfische, Souvlaki und mit Rosmarin und Zitrone gewürzte Lammkoteletts. Kommen Sie mit Freunden, bestellen Sie mehrere Speisen und kosten Sie sich durch. Wenn Sie an einem Freitag oder Samstag kommen, können Sie mit traditioneller griechischer Musik, Bauchtänzerinnen und vielen zerschlagenen Tellern rechnen. Die Adresse: Shop 3D, Corlett Drive, Illovo; Tel.: 27-11-788 8777.

    Das DW Eleven-13 ist ein Restaurant für gehobene Ansprüche. Auf der kreativen Speisekarte dieses intimen Lokals finden Sie Köstlichkeiten wie Thunfisch-Tataki in Nori-Algen oder geräucherte Kartoffelknödel mit Fonduesauce und Schmorkohl. Sie können à la carte bestellen oder ein Degustationsmenü genießen. Die Weinauswahl stammt größtenteils von kleinen südafrikanischen Winzern. Die Adresse: Dunkeld Shopping Centre, Ecke Jan Smuts Avenue und Bompas Road, Dunkeld West; Tel.: 27-11-341-0663.

    The Local Grill ist die perfekte Wahl für Fleischliebhaber. Die Gäste werden mit afrikanischen Spezialitäten wie Springbock, Kudu und Impala verwöhnt. Man kann sich ein Fleischstück aussuchen und zwischen Zucht- und Wildfleisch wählen. Die Weinkarte wechselt im Monatsrhythmus, da das Restaurant seinen Gästen stets die saisonal beste Auswahl präsentieren möchte. Die Adresse: Ecke 7th Avenue 40 und 3rd Avenue, Parktown; Tel.: 27-11-880-1946.

     

  2. Marktmonitor Äthiopien: Nach Dürre jetzt Wachstum

    Wirtschaftsumfeld

    Äthiopien ist die neuntgrößte Volkswirtschaft Afrikas und damit von einer ähnlichen Größe wie Kenia. Bis 2021 wird das Land voraussichtlich auf den siebten Platz vorrücken. Selbst dann wird jedoch das Bruttoinlandsprodukt Äthiopiens lediglich ein Fünftel der Wirtschaftsleistung von Nigeria ausmachen – der größten Volkswirtschaft des Kontinents.

    Die Landwirtschaft in Äthiopien erholt sich von einer schweren Dürre. Die daraus resultierenden Verbesserungen dürften 2017 das Wirtschaftswachstum auf 6,9 % ankurbeln. Die Regierung von Äthiopien hat inzwischen eine Mittelumschichtung aus dem Nothilfefonds für Dürreopfer in ehrgeizige Infrastrukturprojekte eingeleitet, die die Wachstumsaussichten verbessern und das Wirtschaftsumfeld attraktiver machen sollten. Darüber hinaus profitiert der aufstrebende Dienstleistungssektor von einem reichhaltigen Angebot an jungen Arbeitskräften. Darüber hinaus wird das Land immer effizienter bei der Nutzung seiner Bodenschätze.

    Äthiopien muss jedoch noch einige grundlegende Herausforderungen bewältigen. Die unzureichenden Devisenreserven steigern die Anfälligkeit gegenüber externen Schocks und verringern die Fähigkeit zur Tilgung von Auslandsschulden. Die anhaltenden Auswirkungen der Dürre und eine Heerwurmplage, die die Maisernte bedroht, treiben die Lebensmittelpreise und die Inflation nach oben.

    Dennoch zeigt sich Oxford Economics optimistisch und prognostiziert für Äthiopien 2018 ein Wachstum von 7,9 %.

    Reisen

    Das äthiopische Ministerium für Kultur und Tourismus hat sich bis 2020 das Ziel gesetzt, die Zahl der ausländischen Besucher auf mehr als 2,5 Millionen pro Jahr zu verdreifachen. Wenn dies gelingt, würde das Land zu den fünf beliebtesten Touristenzielen in Afrika zählen. Reisende aus den USA machen ca. 20 % der ausländischen Besucher aus, und bis 2021 wird sich dies voraussichtlich nicht ändern. Ankünfte aus Großbritannien und China machten 2016 jeweils 7 % des Gesamtaufkommens aus. Marktbeobachter gehen bis 2021 von einem Anstieg der Besucher aus China auf 8 % aus.

    Das beliebteste Reiseziel der Äthiopier ist der Libanon. 2016 hatte ein Fünftel aller Flüge dieses nahöstliche Land zum Ziel, wo viele äthiopische Auswanderer arbeiten. Zu weiteren wichtigen Reisezielen zählen Saudi-Arabien, der Sudan und Kuwait. Jedes dieser Länder hat 10 % Anteil am internationalen Reiseverkehr. Für den Sudan wird bis 2021 mit zusätzlichen 7 % das stärkste Wachstum prognostiziert.

    Der Geschäftsreisemarkt in Äthiopien war 2016 mehr als 800 Millionen USD wert. 70 % davon wurden für Inlandsreisen ausgegeben. Laut Oxford Economics werden zwischen 2018 und 2021 die Gesamtausgaben für Geschäftsreisen jährlich um 13 % wachsen, wovon 9 % Wachstum auf Reisen aus dem Ausland entfallen.

     Flugreisen

    Der äthiopische Flugmarkt wird von Ethiopian Airlines dominiert: 90 % der Abflüge vom Bole International Airport in Addis Abeba gehen auf das Konto dieser Fluggesellschaft. Die Airline bedient ein internationales Flugnetz mit 110 Zielflughäfen in 67 Ländern sowie Monopolstrecken zwischen Addis Abeba und 14 Flughäfen in ganz Äthiopien. Die Konkurrenz besteht aus lediglich neun anderen Fluggesellschaften.

    Während viele ihrer afrikanischen Mitbewerber schrumpfen oder Umstrukturierungen durchführen, erschließt Ethiopian Airlines neue Flugstrecken, steigert so die eigene Profitabilität und investiert in andere afrikanische Airlines, um so sein Hub-and-Spoke-Netzwerk um weitere Langstrecken auf dem gesamten Kontinent zu erweitern.

    Unterkünfte

    Die Anzahl der Hotels in Addis Abeba hat sich in den letzten fünf Jahren von 417 auf 1.129 beinahe verdreifacht. Im selben Zeitraum ist die Zahl der Sternehotels von 58 auf 111 gestiegen. Dies ist jedoch nicht auf Aktivitäten internationaler Hotelketten zurückzuführen, da diese in der Landeshauptstadt lediglich fünf Häuser betreiben. Das wird sich demnächst ändern, sobald AccorHotels und IHG ihre ersten Hotels in Äthiopien eröffnet haben. Bis 2021 sollen mindestens 16 neue Kettenhotels den Betrieb aufnehmen.

    Internationale Hotelketten konzentrieren ihr Interesse primär auf Addis Abeba, was sich positiv auf die Qualität und Erschwinglichkeit von Unterkünften in der Stadt auswirken dürfte. In der Hauptstadt stammt die Hotelnachfrage überwiegend von Unternehmen, Hilfsorganisationen, NGOs und Diplomaten. Unterkünfte für Geschäftsreisende werden größtenteils von inländischen Unternehmen gebucht. Mit der Öffnung der äthiopischen Wirtschaft für ausländische Investoren dürfte sich dies ändern.

    Die meisten neuen Hotels werden zwar in Addis Abeba gebaut, doch auch andere Standorte sind für Hotelbetreiber von Interesse. Das Hilton Awassa Resort & Spa am Ufer des Lake Awassa und das Wyndham Garden Langano am Lake Langano sind Beispiele für Luxusanlagen, die zurzeit südlich der Hauptstadt gebaut werden.

     

  3. Marktmonitor Polen: Aufschwung in Konjunktur und Reisen

    Wirtschaftsumfeld

    Polens derzeitiges Wirtschaftsumfeld wurde stark durch die jüngste Vergangenheit des Landes geprägt. Der Zusammenbruch der Sowjetunion in den späten 80er Jahren führte zu einer Umstrukturierung und einer Öffnung des Marktes, in deren Ergebnis sich das heutige nachhaltige, verbraucherorientierte Wachstum entwickeln konnte. Polen wurde 2004 Mitglied der Europäischen Union, was einen umfangreichen Zufluss von Direktinvestitionen aus dem Ausland brachte, die der industriellen Entwicklung zum Aufschwung verhalfen. Heute machen Verkehrstechnik und Industriemaschinen 40 % der polnischen Exporte aus. Deutsche Autohersteller sind Großabnehmer von Waren aus Polen, ebenso wie Unternehmen in Frankreich und Großbritannien.

    Zwischen 2007 und 2015 machten Investitionsgelder der EU 3 % des jährlichen Bruttoinlandsprodukts Polens aus. Das hat dazu geführt, dass die Einkommen schneller stiegen als in anderen Ländern Mittel- und Osteuropas. Die derzeitige geringe Arbeitslosigkeit führt weiter zu einem Anstieg der Gehälter, die im Laufe des letzten Jahres mehr als 3 % gestiegen sind. Das Vertrauen der Verbraucher hat Rekordwerte erreicht; die Ausgaben von Verbrauchern stiegen in den letzten 12 Monaten, für die Daten vorliegen, um nahezu 5 %.

    Polen genießt einen Konjunkturaufschwung. Nach einem Anstieg von 2,7 % im Jahre 2016 wird das BIP 2017 voraussichtlich 3,9 % wachsen. Für 2018 wird eine Verlangsamung des Wachstums auf 3,2 % vorhergesagt, da die Verbraucherausgaben zurückgehen werden. Bis 2020 prognostiziert Oxford Economics ein Wachstum von etwa 3 % pro Jahr

     

    Reisen

    Der internationale Reiseverkehr nach und aus Polen ist seit 2010 um durchschnittlich 5 % pro Jahr gewachsen. Bis 2020 ist mit einem etwas bescheideneren Wachstum von 4,4 % zu rechnen. Großbritannien, Russland und Italien sind die beliebtesten Auslandsziele für polnische Reisende. 2016 entfielen auf jedes dieser Länder etwa 10 % aller Reisen ins Ausland. Die Ungewissheit im Zusammenhang mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU verändert derzeit diese Dynamik. Russland wird damit wahrscheinlich das Hauptreiseziel für Polen werden und bis 2020 etwa 14 % aller Reisen ins Ausland ausmachen.

    Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Markt für Reisen aus dem Ausland. 2016 hatten 26 % aller Reisen nach Polen ihren Ursprung in Deutschland. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Anzahl der Reisen bis 2020 auf unter 20 % zurückgehen wird. Unterdessen werden bis 2020 7 % aller Reisen nach Polen aus den USA kommen, die damit zum zweitgrößten Markt für Reisen aus dem Ausland werden, dicht gefolgt von Großbritannien.

    Der Geschäftsreisemarkt in Polen war 2016 mehr als 4 Milliarden USD wert. Etwa ein Fünftel der Ausgaben entfiel auf Inlandsreisen. Die übrigen Ausgaben entfielen zu gleichen Teilen auf Geschäftsreisen nach bzw. aus Polen. Nach einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich fast 8 % zwischen 2010 und 2016 werden die Ausgaben für Geschäftsreisen bis 2020 vermutlich auf jährlich unter 6 % fallen.

    Flugreisen

    Die polnische Fluggesellschaft LOT ist die größte Fluggesellschaft in Warschau, steht jedoch im Rest des Landes in einem starken Wettbewerb mit Low Cost Carriern wie Ryanair und Wizz Air. Diese Fluggesellschaften spielen eine bedeutende Rolle bei der Erschließung des Flugverkehrs außerhalb der Metropolen.

    In den letzten Jahren waren Reaktionen von LOT auf die Erweiterung der Services von Low Cost Carriern durch die Kapazitätsbeschränkungen der EU eingeschränkt. Diese Beschränkungen wurden jedoch aufgehoben und LOT beginnt jetzt mit Kurzstreckenflügen aus Warschau nach Astana, Kasachstan; Kaliningrad, Russland; Stuttgart, Deutschland; Tel Aviv, Israel und an andere Orte. Darüber hinaus baut LOT seine Langstreckenflüge aus und bietet Flüge aus Warschau nach Los Angeles und Newark, New Jersey und aus Krakau nach Chicago — Flugrouten, die der wachsenden Nachfrage von Reisenden aus den USA gerecht werden.

    Unterkunft

    Seit dem Beitritt zur EU arbeitet Polen aktiv daran, das Wirtschaftswachstum und den Lebensstandard des Landes denen anderer Mitgliedsstaaten anzugleichen. Die Fortschritte des Landes haben den Tourismus und den Geschäftsreiseverkehr angekurbelt und Hotelketten haben mit umfangreichen Investitionen reagiert. Zwischen 2007 und 2016 stieg die Anzahl der Hotelbetten in Hotelketten in Polen mit 44.000 auf fast das Doppelte.

    AccorHotels ist die größte Hotelkette auf dem polnischen Markt; ihr Bestand von 71 Hotels deckt mit Ausnahme der Luxusklasse alle wichtigsten Service-Levels ab. Diese gehobene Kategorie wird durch Marriott mit sechs Luxushotels abgedeckt, sowie durch Carlson Rezidor und den polnischen Anbieter Diament Hotels, die jeweils sieben Hotels in dieser Kategorie anbieten.

    Internationale Hotelketten machen nur 7 % aller Hotels aus. Diament, Polish Prestige Hotels & Resorts, WAM Hotels Group, Focus Hotels und Qubus Hotels sind lokale Anbieter mit Hotels im ganzen Land.

     

     

     

     

  4. Marktmonitor Chile: Die viertgrößte Wirtschaft Südamerikas

    Wirtschaftsumfeld

    Basierend auf dem Bruttoinlandsprodukt von 2016 ist Chile — nach Brasilien, Argentinien und Kolumbien — die viertgrößte Wirtschaft Südamerikas. Der Kupferbergbau erwirtschaftet 10 % des BIP und macht ein Viertel der Steuereinnahmen des Staates und die Hälfte der Exporteinnahmen des Landes aus.

    2011 begann ein Einbruch der Kupferpreise. Dies hatte Auswirkungen auf Investitionen außerhalb des Bergbaus und auf das Geschäftsleben sowie auf das Vertrauen der Verbraucher. Infolgedessen schrumpfte das Wirtschaftswachstum Chiles 2016 auf nur 1,5 %. Das war ein deutlicher Rückgang, verglichen mit einem Wachstum von 6 % 2010. Dank des jüngsten Anstiegs der Kupferpreise erlebt der Bergbausektor derzeit einen Aufschwung. Das bedeutet jedoch keine unmittelbaren zusätzlichen Gewinne für die Wirtschaft insgesamt, da die Haushaltsgesetze der Regierung die Verwendung von Einnahmen aus dem Bergbau beschränken.

    Für 2017 wird mit einem Wirtschaftswachstum von nur etwa 1,3 % gerechnet, da die wachsende Arbeitslosigkeit und ein geringerer Anstieg der Löhne die Ausgaben der Verbraucher gering halten. Darüber hinaus bremsen die Sparmaßnahmen der Regierung die Einstellung von Personal im öffentlichen Dienst und den Anstieg der öffentlichen Ausgaben. Und die Unternehmen zeigen sich zurückhaltend. Sie warten die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen im November ab.

    Oxford Economics sagt für 2018 ein Wachstum von 2,8 % voraus, da ein Anstieg der Kupferpreise und niedrige Zinssätze zu einer Belebung der Wirtschaft führen sollten.

     

    Reisen

    Von 2010 bis 2016 wuchs die Zahl der internationalen Reisen um durchschnittlich 10 % pro Jahr. In diesem Zeitraum stieg die Zahl der Reisen aus dem Ausland durchschnittlich um mehr als 12 % und der Reisen ins Ausland um 7 %. Die Regierung hat eine Kampagne gestartet, um den Tourismus anzukurbeln. Diese Bemühungen werden durch verbesserte Flugverbindungen und ein vereinfachtes Visaverfahren unterstützt. Die Zahl der Reisen aus Nachbarländern wie Argentinien, Brasilien, Bolivien und Peru hat zugenommen. Chile möchte aber auch Reisende aus den USA, Mexiko, Europa und China anziehen.

    Der chilenische Geschäftsreisemarkt war 2016 nahezu 4 Milliarden USD wert. Zwischen 2010 und 2016 stiegen die Ausgaben im Durchschnitt um 7,5 % pro Jahr (in der Landeswährung). Das Wachstum war 2016 besonders schwach; durch einen Rückgang der Ausgaben bei Geschäftsreisen im Inland um 4 % stiegen die Gesamtausgaben nur um 2 %. Auf Inlandsreisen entfielen 43 % der Ausgaben und auf Reisen aus dem Ausland weitere 33 %. Die Gesamtausgaben für Geschäftsreisen werden bis 2020 durchschnittlich um 6 % pro Jahr steigen.

    Flugreisen

    Die lokale Gesellschaft der lateinamerikanischen Airline-Gruppe LATAM dominiert den Flugverkehrsmarkt in Chile. Auf sie entfallen mehr als die Hälfte der Flüge aus den sechs größten Flughäfen des Landes.

    Die Fluggesellschaft Sky Airline, die vor kurzem zu einem Low Cost Carrier umstrukturiert wurde, ist der Hauptkonkurrent von LATAM. Sky Airline ist ein Konkurrent auf vielen Inlandsstrecken ausgehend von Santiago und bietet täglich mehrere Flüge nach z.B. Calama, Antofagasta und Puerto Montt.

    Latin American Wings begann Anfang 2017 mit den ersten Linienflügen. Ultra Low Cost Carrier JetSmart nahm im Juli den Betrieb auf. JetSmart wird von Indigo Partners gestützt, einer Gesellschaft, die auch Beteiligungen an anderen LCC wie Frontier Airlines und Wizz Air hat.

    LATAM reagierte auf die gestiegene Konkurrenz mit einer veränderten Tarifstruktur und mit neuen Inlandsstrecken, die Anschlussflüge in Santiago vermeiden.

     

    Unterkunft

    Nahezu 30 % aller Hotelzimmer in Chile sind in Santiago zu finden und 60 % der Hotels von internationalen Hotelketten befinden sich in der Hauptstadt. Die Orientierung auf Santiago hält weiter an und die Ketten AC Hotel, Hampton by Hilton, Hilton, LQ Hotel by La Quinta und Park Inn by Radisson planen neue Hoteleröffnungen. Hampton by Hilton Antofagasta ist eine der wenigen Hotelketten, die außerhalb von Santiago Eröffnungen planen.

    Die chilenische Kette Diego del Almago Hoteles ist derzeit der größte Hotelbetreiber auf dem Markt und die einzige Kette, die Hotels im ganzen Land anbietet. Marriott/Starwood, AccorHotels und Carlson Rezidor sind die größten weltweiten Ketten. Carlson musste jedoch eine Übernahme von Radisson-Hotels in Santiago, Iquique und Antofagasta durch die spanische Kette NH Hotel Group in Kauf nehmen, die auf dem chilenischen Markt an Bedeutung gewinnt.

     

     

     

  5. Marktmonitor Saudi-Arabien: 6 neue Wirtschaftszentren

    Wirtschaftsumfeld

    Die Wirtschaft des Königreiches Saudi-Arabien wird von Erdöl geprägt, das rund 40 % des Bruttoinlandsprodukts und über 80 % der Exporte ausmacht. Die saudische Regierung verfolgt eine Politik der Diversifizierung, um sicherzustellen, dass die Wirtschaft künftig unabhängiger von der Ölproduktion wird. Im Zuge der ehrgeizigen Pläne errichtet Saudi-Arabien sechs neue Wirtschaftszentren, die so genannten „Economic Cities“, und fördert die Wirtschaftszweige Bergbau, Fertigung, Tourismus und Rüstung.

    Die Geschäftsreiseausgaben des ölreichen Königreiches werden dieses Jahr voraussichtlich um 6 % ansteigen.

    Fallende Ölpreise haben die Staatseinnahmen geschmälert und das Land zu Ausgabenkürzungen gezwungen. Infolgedessen schrumpfte das Wirtschaftswachstum 2016 auf 1,7 % im Vergleich zum Vorjahresniveau von 4,1 %. Da sich Saudi-Arabien bereit erklärt hat, die von der OPEC beschlossene Drosselung der Ölförderung einzuhalten, ist ein Anstieg des Wirtschaftswachstums 2017 unwahrscheinlich.

    Die Inflation hat den niedrigsten Stand seit 2001 erreicht. Aber ein jeglicher Anstieg der Kaufkraft saudischer Verbraucher wird wahrscheinlich dem Abbau der Energiesubventionen 2017 und der Einführung einer fünfprozentigen Mehrwertsteuer 2018 zum Opfer fallen.

    Dennoch gehen Wirtschaftsexperten davon aus, dass das Wachstum 2018 nach der Wiederbelebung der Ölproduktion und Beendigung der staatlichen Ausgabenkürzungen wieder anziehen wird. Prognosen zufolge wird die saudische Wirtschaft im nächsten Jahr um 3,2 % expandieren. Das zukünftige Wachstum wird jedoch durch die Sparmaßnahmen der Regierung, zusätzliche Kürzungen der Preissubventionen und Einschnitte bei der Einstellung und Vergütung im öffentlichen Dienst gebremst. Das BIP dürfte bis 2020 mit 3 % konstant bleiben.

    Reisen

    Im Zeitraum 2010 bis 2016 wuchs die Nachfrage nach internationalen Reisen im Jahresdurchschnitt um über 8 %. In dieser Zeit nahm die Anzahl der Besucher jährlich um 9 % zu. Reisende aus Saudi-Arabien werden das Wachstum voraussichtlich bis 2020 ankurbeln, sobald die Konjunktur des Landes wieder anzieht.

    Saudi-Arabien grenzt an acht Länder, auf die zusammen 48 % der Reisen aus dem Ausland und 66 % der Reisen ins Ausland entfallen. Die meisten Besucher kommen aus Kuwait, Bahrain und Ägypten. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind bei Weitem das populärste Reiseziel für saudische Reisende und werden immer beliebter. Auch Katar war ein beliebtes Reiseziel, aber die Prognosen für das Land haben sich aufgrund der jüngsten Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn im Golfkooperationsrat verschlechtert.

    Der saudische Geschäftsreisemarkt war 2016 nahezu 11 Milliarden USD wert. Zwischen 2010 und 2016 stiegen die Gesamtausgaben im Durchschnitt um 7 % pro Jahr. Die Ausgaben dürften bis 2020 voraussichtlich auf 6 % sinken. Angekurbelt wird das Wachstum durch Inlandsreisende, auf die jährlich durchschnittlich 9 % der Ausgaben entfallen.

    Flugreisen

    Die staatliche Fluggesellschaft Saudia ist landesweit die größte und nimmt in den meisten wichtigen Märkten eine starke Stellung ein. Flughäfen in Dschidda, Riad oder Dammam bieten internationalen Reisenden Anschlussflüge in kleinere saudische Städte.

    Für die meisten Inlandsstrecken haben Reisende die Wahl zwischen Saudia und dem Low-Cost-Carrier Flynas. Seit 2016 bieten die Neuzugänge Saudi Gulf und Nesma Airlines Flüge an, wodurch es auf den Strecken von Dschidda nach Riad und Dammam mehr Konkurrenz gibt. Saudi Gulf plant, in drei Jahren seine ersten Langstreckenflüge zu lancieren, was auch auf internationalen Strecken für mehr Wettbewerb sorgen dürfte.

    Unterkunft

    Der stetige Zustrom neuer Hotels könnte zu einem Angebotsüberhang im saudischen Markt führen. Diese Gefahr droht besonders in Riad, wo sich die Anzahl der Hotelzimmer dieses Jahr um ein Drittel erhöhen könnte, wenn alle Hotels wie geplant eröffnet werden.

    Mit einem Portfolio von 27 „Aparthotels“ der gehobenen Klasse ist die örtliche Hotelkette Boudl eine der größten in Saudi-Arabien. Sie muss gegen die Konkurrenten IHG, Marriott und AccorHotels antreten, und jede dieser internationalen Ketten hat etwas Besonderes zu bieten. IHG verfügt über ein starkes Angebot an Luxus- und Mittelklassehotels. Marriott zeichnet sich durch seine Luxushotels aus und AccorHotels hat das breiteste Angebot unterschiedlicher Immobilien, von der mittleren bis zur Luxusklasse.

    Einige Reisende bevorzugen eine kleinere, örtliche Kette wie Casablanca Hotels oder Mena Hotels. Diese sind zumeist auf die Anforderungen der Kunden aus dem Nahen Osten zugeschnitten.

  6. Marktmonitor Südafrika: Wachstumsmotor Dienstleistungen

    Wirtschaftsumfeld

    Südafrika ist reich an Bodenschätzen, und der Bergbau ist noch immer eine wichtige, wenngleich zunehmend an Bedeutung verlierende Devisenquelle. Der Dienstleistungssektor war im letzten Jahrzehnt der maßgebliche Wachstumsmotor und macht derzeit 70 % des Bruttoinlandsprodukts aus.

    Bedingt durch die schwache Binnennachfrage erreichte das Wirtschaftswachstum 2016 lediglich 0,3 % – der schlechteste Wert seit 2009. Wirtschaftsexperten prognostizieren für dieses Jahr einen Aufschwung auf 1 % und gehen für 2019 von 2 % aus. Die Gründe dafür sind die nachlassende Inflation, steigende Rohstoffpreise und eine höhere landwirtschaftliche Produktion. Die anhaltende politische Unsicherheit könnte jedoch die Aussichten auf Unternehmensinvestitionen und einen Konjunkturaufschwung zunichtemachen.

    Reisen

    Im Zeitraum 2010 bis 2016 wuchs die Nachfrage nach internationalen Reisen um weniger als 2 % pro Jahr. Obwohl die Anzahl der Reisen aus dem Ausland jährlich um 4 % gestiegen ist, sind die Auslandsreisen der Südafrikaner im selben Zeitraum um 2,5 % pro Jahr zurückgegangen. Laut einer Prognose von Oxford Economics wird die Wachstumsrate der Reisebranche bis 2020 auf insgesamt 6 % pro Jahr anziehen, wobei die Zahlen der Abreisen und Ankünfte ähnlich schnell steigen sollen.

    69 % aller Reisen aus dem Ausland und 62 % der Reisen ins Ausland beschränken sich auf die sechs Nachbarländer von Südafrika. Großbritannien ist Südafrikas wichtigster Langstreckenmarkt, und die USA sind eine zunehmend wichtige Tourismusquelle.

    2016 betrug das landesweite Geschäftsreisevolumen 9 Mrd. USD. 58 % davon wurden für Inlandsreisen ausgegeben. Zwischen 2010 und 2016 stiegen die Gesamtausgaben um durchschnittlich 8 % pro Jahr. Branchenexperten gehen davon aus, dass diese Wachstumsrate bis 2020 konstant bleiben wird, allerdings mit einer Verlagerung: Inlandsreisen werden als wesentlicher Wachstumsmotor von internationalen Reisen abgelöst.

    Flugreisen

    Mindestens die Hälfte aller Abflüge von den sechs wichtigsten Flughäfen in Südafrika gehen auf das Konto der staatlich kontrollierten South African Airways (SAA), der regionalen Fluggesellschaft SA Express und des Billiganbieters Mango. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ist eine Umstrukturierung und Fusion dieser drei Airlines möglich. Der wichtigste Mitbewerber ist die Comair, die als Franchisenehmer Flüge der British Airways durchführt und unter der Marke Kulula eigene Billigflüge anbietet. Die dritte günstige Option für Inlandsreisende ist die FlySafair, und schon bald könnte der nach Südafrika expandierende Billiganbieter FastJet hinzukommen.

    Wegen dieser Expansionen weist der südafrikanische Flugreisemarkt schon jetzt Überkapazitäten auf. Die Zahl der Inlandspassagiere ist 2016 um 6 % gestiegen, die Zahl der verfügbaren Sitzplätze hingegen um 12 %. In diesem Wettbewerbsumfeld ist es für Fluggesellschaften schwer, Ihre Tarife zu erhöhen – schon allein wegen der schwachen Nachfrage aufgrund der stagnierenden Konjunktur.

    Unterkünfte

    Tsogo Sun ist mit über 80 Häusern die landesweit größte Hotelkette. Zu Ihrem Portfolio zählen Luxus-, Full-Service, Select-Service- und Low-Budget-Marken. Marriott hat sich 2014 durch die Übernahme von Protea mit nunmehr 74 Häusern als die zweitgrößte Kette des Landes etabliert. Durch Protea kann Marriott in mehr als 30 Städten in allen neun südafrikanischen Provinzen Unterkünfte anbieten. Während die meisten Protea-Hotels zur oberen Mittelklasse gehören, umfasst das Portfolio auch elf Deluxe-Hotels, die zum Großteil unter der Untermarke African Pride geführt werden.

    Die internationalen Ketten Best Western, Carlson Rezidor und IHG sind ebenfalls im Land vertreten, wenngleich nur mit jeweils weniger als zehn Häusern. In einigen wichtigen Städten bieten lokale Ketten wie Peermont Hotels, Newmark Hotels und BON Hotels alternative Unterkünfte.

     

     

  7. Marktmonitor: Kanada im Überblick

    Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

    Kanada hat die zweitgrößten Erdöl-Reserven der Welt und ist reich an Nutzholz und mineralischen Vorkommen. Die Wirtschaft des Landes wird jedoch zum größten Teil durch den Dienstleistungssektor dominiert. Zwei Drittel der Wirtschaftsleistung kommen aus dem Handel, aus Unternehmensdienstleistungen und dem Bildungs- und Gesundheitswesen.

    Die Wirtschaft des Landes wird 2017 voraussichtlich um 1,4 bis 1,9 % wachsen. Dies ist auf eine allmähliche Erholung des Energiesektors, ein Erstarken von Wirtschaftszweigen außerhalb der Energiewirtschaft und auf die Bemühungen der Regierung um eine Förderung der wirtschaftlichen Expansion zurückzuführen. Die Ungewissheit im Hinblick auf die US-Politik ist jedoch für Kanada mit Risiken verbunden. Etwa 20 % des Bruttoinlandsprodukts wird in die USA exportiert. Falls US-Präsident Donald Trump seine angekündigten protektionistischen Maßnahmen wahrmacht, könnte die kanadische Wirtschaft einen handelsbezogenen Einbruch erleiden.

    Unternehmensinvestitionen waren 2015 und 2016 aufgrund der niedrigen Ölpreise rückläufig. Die Preise steigen jetzt wieder, was die Aussichten für den Öl- und Gassektor verbessert. In Bezug auf Verbraucherausgaben gibt es weniger Grund zum Optimismus. Eine Verlangsamung des Beschäftigungswachstums behindert Lohnerhöhungen. Verbraucher in Kanada müssen außerdem mit höheren Hypothekenzahlungen rechnen, da die steigenden Zinssätze in den USA die langfristigen Zinsraten in Kanada nach oben treiben.

     

    Reiseprognose

    Reisen ins Ausland machen zwei Drittel aller internationalen Reisen innerhalb des kanadischen Marktes aus; die Anzahl ging jedoch 2016 um 3 % zurück. Obwohl die Anzahl der Reisen aus dem Ausland nach Kanada im Laufe des Jahres um 11 % gestiegen ist, ist daher das Gesamtvolumen der internationalen Reisen nur um 2 % gestiegen. Branchenanalysten erwarten für 2017 etwa das gleiche Wachstum: Die Anzahl der Reisen ins Ausland sollte sich stabilisieren, die Anzahl der Reisen aus dem Ausland wird jedoch zurückgehen.

    Die USA sind mit 70 % der Reisen nach Kanada und etwa 60 % der Reisen aus Kanada im Jahr 2016 der wichtigste Reisemarkt des Landes. Kanadier reisen aber zunehmend auch in andere Länder — wie beispielsweise Mexiko, Großbritannien und Indien. Unterdessen kommen mehr chinesische Reisende nach Kanada: Zwischen 2010 und 2015 hat die Anzahl der Reisen aus China um mehr als 150 % zugenommen. China ist derzeit der drittgrößte Markt für Reisen nach Kanada.

    Inlandsreisen machten etwa zwei Drittel der 35 Mrd. USD aus, die Unternehmen 2016 in Kanada für Reisen ausgegeben haben. Nach zwei Jahren schwachen Wachstums wird erwartet, dass die Ausgaben für Geschäftsreisen bis 2020 um jährlich 4 bis 5 % wachsen werden.

    Flugreisen

    Die meisten der mehr als 30 Linienfluggesellschaften in Kanada sind kleinere regionale Gesellschaften. Air Canada und der Low Cost Carrier WestJet sind die größten Fluggesellschaften des Landes. Beide betreiben landesweite Flugnetze und der gegenseitige Wettbewerb hält die Flugtarife unter Kontrolle. WestJet, traditionell stark im Westen Kanadas vertreten, expandiert in den Osten des Landes und verschärft damit den Wettbewerb in Märkten, in denen Air Canada oft mehr als die Hälfte der Flüge betreibt. Porter Airlines ist eine dritte Option für manche Reisende, insbesondere für Kurzflüge.

    NewLeaf nahm 2016 seinen Betrieb als Ultra Low Cost Carrier oder ULCC auf. Ein zweiter ULCC, Jetlines, wird voraussichtlich in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen. WestJet reagierte darauf mit seinem eigenen ULCC und stellt damit die Weichen für einen Kampf um die Flugpreise für Inlandsflüge.

    Unterkunft

    Nach seinem Zusammenschluss mit Starwood und der Übernahme von Delta Hotels ist Marriott jetzt neben Wyndham, Choice Hotels International, Best Western und IHG eine der größten internationalen Hotelketten auf dem kanadischen Markt. Für 2018 ist die Eröffnung von mindestens 16 Hotels geplant, was die Position von Marriott weiter ausbauen wird.

    Wyndham konzentriert sich auf preisgünstige Hotels. Choice, Best Western und IHG bieten landesweit Hotels in der mittleren Preislage. Marriott hat ein breiter gefächertes Angebot und bietet Hotels in der mittleren und oberen Preisklasse sowie in der gehobenen oberen Preisklasse an. In einigen Städten Kanadas bieten lokale Ketten wie Sandman Hotel Group, Coast Hotels und Le Germain Hotels Alternativen.

     

  8. Marktmonitor Taiwan: Chancen für Travel Manager

    Wirtschaftlicher Überblick

    Dank starker Leistungen der Elektronik-, Chemie- und Maschinenindustrie sind 2016 Taiwans Exporte gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 11 % gestiegen – das stärkste Wachstum seit fünf Jahren. Die Industrie ist aktiv, und die Unternehmensinvestitionen nehmen zu.

    Für einen Schwellenmarkt ist Taiwans Wirtschaftswachstum eher bescheiden. Es wird gebremst von niedrigen Konsumausgaben infolge stagnierender Löhne und eines geschwächten Marktvertrauens. Im Vorjahr betrug das Wirtschaftswachstum insgesamt 1,4 % – für 2017 wird mit einem Anstieg auf voraussichtlich 1,7 % gerechnet. Das entspricht den für 2020 prognostizierten 2,6 %.

    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    Zwischen 2010 und 2016 bewirkte der rege Handel zwischen Taiwan und China ein starkes Wachstum im internationalen Reiseverkehr. Die darauffolgende Verschlechterung der politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern führte zu einem Rückgang der Nachfrage aus China. Die taiwanische Tourismusbranche will eine übermäßige Abhängigkeit von China vermeiden und versucht daher, Besucher aus Singapur, Japan und den USA anzulocken.

    Inlandsreisen machten 20 % der 16 Mrd. USD aus, die 2016 für Geschäftsreisen ausgegeben wurden. Die Umsätze aus Reisen innerhalb Taiwans gingen 2015 um 7 % zurück und werden bis Ende 2017 voraussichtlich nicht mehr wachsen. Das Auslandsreisevolumen ist dagegen seit 2012 jährlich um 10 % gestiegen und macht 46 % der Gesamtausgaben aus. Dieses Segment wird voraussichtlich bis 2020 die umsatzstärkste Geschäftsreisesparte bleiben.

    Die Auflösung von Taiwans drittgrößter Fluggesellschaft TransAsia führte 2016 zu Beeinträchtigungen im Flugverkehr. Das Angebot konzentriert sich mittlerweile um Airline-Gruppen unter der Kontrolle von China Airlines und EVA Air. Die Anteile dieser beiden Gesellschaften an den Flügen aus Taiwans zwei wichtigsten Großstädten Taipei und Kaohsiung machen jeweils etwa 30 % aus. Die Airline Far Eastern Air Transport (FAT) sorgt für ein wenig Konkurrenz, wenngleich sie derzeit an die internationale Reichweite ihrer beiden Rivalinnen nicht herankommt.

    Aufgrund der vielen Touristen aus China wurden neue Hotels gebaut. Internationale Ketten sind jedoch mit weniger als 1 % stark unterrepräsentiert. Marriott expandiert sehr schnell und eröffnet sowohl in Großstädten als auch in kleineren Märkten wie Hualien, Taichung und Tainan neue Hotels. AccorHotels verfolgt ein anderes Konzept und geht unter dem Motto „Selected by Accor“ Partnerschaften mit örtlichen Hotels ein. Dank dieser Strategie ist Accor mittlerweile allein in Taipei mit über 50 Hotels verbunden. Zu diesem Portfolio gehören auch taiwanische Ketten wie Beauty, Fullon und Green World.

    Chancen

    • Dank des zunehmenden Marktvertrauens und der damit einhergehenden Unternehmensinvestitionen verbessern sich auch die Aussichten für die Geschäftsreisebranche.
    • Die Far East Air Transport expandiert ins Ausland, tritt damit in Konkurrenz zu China Airlines und EVA Air und schafft neue Alternativen für Geschäftsreisende.
    • Die rückläufigen Zahlen der Besucher aus China haben die Hotelnachfrage gedrückt. Die sinkende Auslastung bietet Travel Managern die Gelegenheit, günstigere Raten auszuhandeln.

    Herausforderungen

    • Etwaige politische Spannungen zwischen Taiwan und der Volksrepublik China können das Wirtschaftsklima in Taiwan beeinträchtigen.
    • Durch den Zusammenbruch der TransAsia wurde die Marktposition von China Airlines und EVA Air gestärkt, was zu einer kurzfristigen Verringerung des Wettbewerbs führte.
    • Internationale Hotelketten sind außerhalb der taiwanischen Großstädte kaum vertreten.

     

  9. Marktmonitor Argentinien: Zukünftig mehr internationale Hotels

    Wirtschaftlicher Überblick

    Die Wirtschaftsleistung von Argentinien im Zeitraum 2002 bis 2015 war von Populismus und Ressourcenreichtum geprägt. Aufgrund der hohen Rohstoffpreise konnte die Regierung die Staatsausgaben erhöhen, die Arbeitslosigkeit senken und die Energiepreise einfrieren. Letztendlich hatte dies jedoch ein Haushaltsdefizit, steigende Inflation und eine Verknappung der Währungsreserven zur Folge. Die daraus entstandene Volatilität hat das Wirtschaftswachstum spürbar beeinträchtigt.

    Nach seinem Amtsantritt im Jahr 2015 konnte der argentinische Präsident Mauricio Macri Reformen zur Förderung von privaten Investitionen, zum Ausbau wichtiger Wirtschaftssektoren und zur Verringerung der Abhängigkeit von öffentlichen Aufträgen und Konsumausgaben umsetzen.

    Die argentinische Wirtschaft ist 2016 um 2,4 % geschrumpft, aber die Prognosen für 2017 deuten wieder in Richtung Wachstum. Der Arbeitsmarkt erholt sich, und mit der Aussicht auf Lohnsteigerungen ziehen die Konsumausgaben an. Laut aktuellen Prognosen wird auch Argentiniens wichtigster Handelspartner Brasilien in diesem Jahr die Rezession überwinden. Das sollte die Exporte ankurbeln, insbesondere in der Fertigungs- und Automobilindustrie. Laut Oxford Economics wird daher die argentinische Wirtschaft 2017 um 2,5 % wachsen.

     

    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    In den letzten Jahren war der Anteil der ausländischen Besucher rückläufig, d. h. das Wachstum des internationalen Reisemarktes war primär auf die Auslandsreisen der argentinischen Bevölkerung zurückzuführen. Bis 2020 wird dieser Anteil zwei Drittel der internationalen Reisen ausmachen. Trotz rückläufiger Besuche aus dem Ausland haben die Auslandsreisen der Argentinier in den letzten beiden Jahren in Buenos Aires für rekordverdächtige Passagierzahlen gesorgt. Chile und Brasilien sind die beliebtesten Reiseziele, wobei Brasilien dieses Jahr aufgrund seines Konjunkturaufschwungs und der Ausweitung der bilateralen Handelsbeziehungen mit noch mehr argentinischen Besuchern rechnen darf.

    Der Großteil der 2016 für Geschäftsreisen ausgegebenen 11,5 Mrd. USD wurde innerhalb Argentiniens umgesetzt. Inflationsbereinigt sorgten die Gesamtausgaben zwischen 2010 und 2015 jährlich für 3 % durchschnittliches Wachstum. Der voraussichtliche Anstieg der Geschäftsreisen ins Ausland sollte sich bis 2020 in einer jährlichen Wachstumsrate von 4 % niederschlagen.

    Der Marktanteil der staatlichen Fluggesellschaft Aerolineas Argentinas beträgt in Buenos Aires 60 % bei nationalen und internationalen Linienflügen, und nahezu 80 % bei Inlandsflügen. Diese Vormachtstellung ist jedoch durch die geplante Liberalisierung des Luftverkehrsmarkts bedroht. Fünf Fluggesellschaften haben bereits Interesse an Inlandsstrecken bekundet.

    2016 ist die Nachfrage bei Hotelbuchungen gesunken – größtenteils wegen der geringen Anzahl von Reisenden aus dem Ausland. Als Anreiz für ausländische Besucher erstattet die Regierung mittlerweile 21 % Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen. Die staatlichen Maßnahmen zur Erleichterung von Auslandsinvestitionen haben das Interesse internationaler Hotelketten geweckt. Durch die Übernahme der Fen Hotels konnte die Wyndham Hotel Group ihr Portfolio in Argentinien um 16 Immobilien erweitern. Auch andere internationale Ketten und Anleger schauen sich diesen Markt genauer an.

     

    Chancen

    • Die Wachstumsprognosen für Argentinien sind ermutigend. Die Wirtschaftspolitik von Präsident Macri und die Konjunkturerholung beim wichtigen Handelspartner Brasilien stärken die Hoffnung auf Aufschwung.
    • Die Liberalisierung des Luftverkehrsmarkts wird das Angebot und die Auswahl beleben. Außerdem liegen Pläne für den ersten nationalen Billiganbieter vor, was die Preise für Inlandsflüge drücken sollte. Aerolineas Argentinas wird sich einem Tarifkampf stellen müssen, um die bestehenden Marktanteile zu halten.
    • Da es immer mehr internationale Hotelketten ins Land zieht, steigt für Geschäftsreisende die Auswahl an bevorzugten Unterkünften.

    Herausforderungen

    • Die Inflation in Argentinien ist hoch, und wegen der steigenden Löhne und Energiekosten muss auch mit Preiserhöhungen gerechnet werden.
    • Die Reformen von Präsident Macri sollen in erster Linie ausländische Investoren und Touristen anziehen. Das kann zu einer Verknappung bei Flügen und Hotelzimmern führen, wenn die Supplier nicht mit einer Erweiterung der Kapazitäten reagieren.
    • Aerolineas Argentinas bereitet sich durch Umstrukturierung auf einen intensiveren Wettbewerb vor. Die damit einhergehenden Flugplanänderungen und mögliche Arbeitskampfmaßnahmen können Reiseunterbrechungen verursachen.
  10. Marktmonitor Japan: Neue Hotels für Olympia 2020

    Wirtschaftlicher Überblick

    Japan war einer der ersten asiatischen Tigerstaaten. Zwischen den 1960er und den 1990er Jahren wuchs das BIP dieses Landes derart schnell, dass sich Japan als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt etablieren konnte (nach den USA und China). Im Folgezeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten litt Japan unter einer schwachen Wirtschaftsleistung. Kapazitätsüberschüsse – insbesondere in der Produktion und im Bauwesen – führten zu einer anhaltenden Deflation. Zahlreiche Forderungsverluste waren der Grund für eine konservative Kreditvergabepolitik der Banken, was wiederum zu einem Mangel an Geldmitteln für die Investitionsfinanzierung im Privatsektor führte.

    Das Exportvolumen hat 2016 zugelegt, aber die Wachstumsraten blieben unverändert schwach. Im Vergleich zum Vorjahr ist die japanische Wirtschaft im dritten Quartal um lediglich 1 % gewachsen. Die Binnennachfrage stagniert, die Ausgaben der privaten Haushalte wachsen bescheiden und die Unternehmensinvestitionen sind rückläufig.

    Seit dem Wahlsieg von Donald Trump hat der Yen gegenüber dem Dollar um ca. 6 % an Wert verloren. Wenn die Zinssätze in den USA steigen und Trump bestimmte Änderungen im Außenhandel durchsetzt, kann der Yen-Kurs 2017 noch weiter fallen. Der Vorteil: Ein schwacher Yen sollte sich positiv auf die japanische Exportwirtschaft auswirken.

     

    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    Laut Tourism Economics wird der japanische Geschäftsreisemarkt von Inlandsreisen dominiert, die 2015 93 % der Reiseausgaben in Höhe von 70 Mrd. USD ausgemacht haben. Die Wachstumsrate bei inländischen Geschäftsreisen wird bis 2020 voraussichtlich bei 1 % bleiben. Internationale Reisen sollten mit fast 7 % pro Jahr deutlich stärker wachsen. Dieses Segment macht zwar nur 7 % der Gesamtausgaben aus, aber für Supplier bleibt das Marktvolumen mit 5 Mrd. USD dennoch attraktiv.

    Unterdessen zieht es Scharen von ausländischen Touristen nach Japan. Seit 2010 sind die jährlichen Besucherzahlen um stolze 180 % auf über 24 Millionen gestiegen. Im Vergleich dazu sind im selben Zeitraum nur 5 % mehr Japaner ins Ausland verreist. Besucher aus China, Hongkong und Taiwan werden bis 2020 voraussichtlich weiterhin den Großteil des Tourismuswachstums ausmachen.

    Der gesättigte japanische Flugreisemarkt ist im Großteil des Jahres 2016 um lediglich 1 % gewachsen. Die Fluggesellschaften konnten ihre Kapazitäten erfolgreich steuern. Billiganbieter sind seit Langem etabliert. Acht von ihnen bieten Inlandsflüge an; sie machen etwa ein Fünftel der Kapazität der Tokio-Flughäfen Haneda und Narita aus. National beträgt ihr Marktanteil nur 10 %.

    Die Kombination aus konstant wachsenden Besucherzahlen und einem chronischen Mangel an Hotelzimmern hat das Anlegerinteresse am japanischen Markt für Unterkünfte angeregt. Mit dem Näherrücken der Olympischen Spiele 2020 konzentrieren sich die meisten internationalen Ketten auf Tokio – insbesondere auf Luxusimmobilien im Zentrum. Da aber die Touristenzahlen auch außerhalb der Metropolen zunehmen, wird dieser Bereich für Hotelentwickler immer interessanter. 2017 wird mehr als ein Drittel aller neuen Hotelzimmer außerhalb der Großstädte entstehen.

     

    Chancen

    • Aufgrund der Abwertung des Yen werden Japanreisen erschwinglicher, insbesondere für Reisende aus den USA. Dadurch wird das Land auch für ausländische Investoren attraktiver.
    • Japanische Billigflieger haben derzeit ideale Voraussetzungen, außerhalb von Tokio zu expandieren. Ausländische Low Cost Carrier bieten immer mehr Flüge nach Japan an. Eine Expansion im Billigsektor wird sich voraussichtlich in Preissenkungen bei Kurzstreckenfügen niederschlagen.
    • Hotelketten rücken in Regionen außerhalb der Großstädte Tokio, Osaka und Nagoya vor, wodurch das Angebot an Unterkünften für Besucher kleinerer Städte wächst.

    Herausforderungen

    • Fast 20 % der japanischen Warenexporte gehen nach China. Eine deutlichere Verlangsamung der chinesischen Konjunktur könnte Japan erneut in eine Rezession stürzen.
    • Der Wettbewerb im japanischen Inlandsflugmarkt ist eingeschränkt. Japan Air Lines (JAL) und All Nippon Airways (ANA) sind an fünf japanischen Billiganbietern beteiligt und bilden somit im Wesentlichen ein Duopol.
    • Die konstant hohe Nachfrage und das geringe Angebot haben die durchschnittlichen Hoteltagesraten nach oben getrieben. Das Consulting-Unternehmen Advito rechnet 2017 mit einer Steigerung der japanischen Hotelraten im Bereich von 4 – 6 %.
  11. Marktmonitor Indien: Aufschwung erwartet

    Wirtschaftlicher Überblick

    Indien hat sich größtenteils von einer landwirtschaftlich ausgerichteten Wirtschaft in eine Dienstleistungsgesellschaft verwandelt, ohne eine Phase der Industrialisierung zu durchlaufen. Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet nun 53 % des Bruttosozialproduktes, weist aber nur 30 % der Arbeitsplätze auf. Mehr als 50 % aller Beschäftigten sind nach wie vor in der Landwirtschaft tätig. Dies erklärt auch, warum das BSP Indiens pro Kopf immer noch weit unter dem Durchschnitt der Schwellenländer in Asien liegt. Die Wirtschaft Indiens hat zwar ein schnelles Wachstum erzielt, was sich aber nur langsam in allen Schichten der Bevölkerung auswirkt.

    Die gegenwärtige Regierung, die seit 2014 im Amt ist, hat eine Wirtschaftslage geerbt, die sich durch hohe Inflation, schwierige wirtschaftliche Bedingungen und weitverbreitete Korruption auszeichnet. Sie hat versucht, das Vertrauen der Investoren in Indien zu stärken, aber die Wirtschaftsreformen kommen nur schwer voran. Das Chaos, das kürzlich durch den Versuch ausgelöst wurde, verschwundene Milliarden durch die Abschaffung von 1.000- und 500-Rupien-Scheinen in die Wirtschaft zurückzuführen, veranschaulicht die Problematik der Reformumsetzung.

    Die Wirtschaftsleistung zieht seit 2012 langsam an und könnte dieses Jahr ihren Höhepunkt erreichen. Für 2017 wird ein Wachstum von 7,5 % vorhergesagt, das dann bis 2020 auf 6,5 % abfallen wird. Aber die Wirtschaft könnte die Erwartungen übertreffen. Aufgrund der stetig sinkenden Inflation konnte die Bank ob India damit beginnen, die Zinssätze mit dem Ziel zu senken, einen wenn auch lückenhaften Wiederaufschwung in der herstellenden Industrie sowie ein aufstrebendes Wachstum zu unterstützen. Darüber hinaus werden Verbraucher angesichts steigender Einkommen der Beschäftigten der öffentlichen Hand ihre Ausgaben steigern.

    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    2015 sind mehr als 13 Millionen Menschen nach Indien gereist. Die Mehrzahl der Besucher kam aus den USA. Der Anteil am gesamten Besucheraufkommen soll von 15 % im Jahr 2015 auf 18 % in 2020 ansteigen. Sri Lanka, Japan und Singapur bieten ebenfalls gute Wachstumsaussichten. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind das beliebteste Reiseziel unter indischen Reisenden, aber auch das Interesse an Bahrain, Singapur, Malaysia und Frankreich steigt.

    Der Markt für Geschäftsreisen in Indien hatte 2015 ein Volumen von 23 Milliarden USD, was ihn zum neuntgrößten Markt der Welt machte. Inlandsreisende sind für 70 % der Gesamtausgaben verantwortlich. Wie von Oxford Economics vorhergesagt, wird erwartet, dass sie auch den Anstieg der Geschäftsausgaben für 2017 in Höhe von 12 % vorantreiben werden. Die Ausgaben von aus dem Ausland kommenden Besuchern in Indien werden schätzungsweise um 6,5 % ansteigen – die schwächste Leistung der letzten 5 Jahre.

    Der Markt für Flugreisen boomt in Indien. Die Zahl der einheimischen Reisenden stieg in der ersten Hälfte des Jahres 2016 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um ein Fünftel an. Der Markt wird von Billiganbietern beherrscht. Mit einem Anteil von 40 % ist IndiGo der klare Marktführer. Wenn man GoAir, SpiceJet und AirAsia India noch dazu nimmt, haben die Billiganbieter einen weiterhin wachsenden Anteil von 63 %. Die Lockerung der Beschränkungen für Auslandsflüge von indischen Fluggesellschaften könnte schon bald zu einem Anstieg von internationalen Reisen führen.

    Nach der Fusion mit Starwood hat Marriott die Indian Hotels Co. (IHCL oder Taj Group) übernommen und ist nun die größte in Indien tätige Hotelkette. Zu weiteren führenden Ketten gehören ITC Hotels, AccorHotels, Hyatt und IHG. Diesen folgen mittelgroße indische Hotelketten wie Sarovar, Oberoi Hotels & Resorts, Lemon Tree Hotels und Leela Palaces. Die größten Hotelmarken verlagern ihren Fokus auf Tier-2- und Tier-3-Märkte. Niedrigere Barrieren für den Markteinstieg bedeuten, dass Hotelbesitzer in diesen kleineren Städten schneller expandieren und von der Ausweitung des Marktes für Inlandsreisen profitieren können.

    Chancen

    • Das Regierungsbudget für 2016-17 beinhaltet Steuerreformen, Infrastrukturinvestitionen und das Versprechen, die Geschäftstätigkeit in Indien zu erleichtern. Diese wirtschaftspolitischen Maßnahmen könnten zu einer Stimulierung der Nachfrage für Geschäftsreisen führen.
    • Durch gelockerte Luftfahrtbestimmungen können Marktneulinge wie AirAsia India und Vistara relativ früh internationale Flüge anbieten. Reisende werden daher schon bald bei Flügen von Indien zu beliebten Destinationen wie dem Nahen Osten und Südost-Asien mehr Auswahlmöglichkeiten haben. Verstärkter Wettbewerb sollte auch zu niedrigeren Preisen führen.
    • Sobald internationale Hotelketten sich auch in den kleineren Städten Indiens etablieren, werden internationale Reisende auch in Tier-2- und Tier-3-Märkten Hotelketten-weite Unternehmenstarife ausnutzen können.

    Herausforderungen

    • Wenn die Trump-Regierung in Fragen des internationalen Handels eine protektionistische Haltung der USA einnimmt, wird das sicherlich ein Schlag für Indien und andere asiatische Märkte sein.
    • Die Entscheidung der Regierung, 1.000- und 500-Rupien-Scheine abzuschaffen, hat eine landesweite Bargeldknappheit verursacht, die auch Geschäftsreisende beeinträchtigt hat. Sollte die Regierung bei anderen Reformen ähnlich unglücklich vorgehen, könnte es zu weiteren Störungen dieser Art kommen.
    • Gleichzeitige Verknappung des Hotelangebots und steigende Nachfrage könnte das Ende einer Phase mit relativ erschwinglichen durchschnittlichen Tagespreisen bedeuten.
  12. Marktmonitor China: Wachstum verlangsamt sich

    Wirtschaftlicher Überblick

    Seit den frühen 1980er Jahren hat sich China zum größten Exporteur und zum zweitgrößten Ölverbraucher der Welt entwickelt. Das Wachstum der letzten 20 Jahre, oft mit einer Rate von mehr als 10 % pro Jahr, hat die Wirtschaft Chinas seit 2009 auf den zweiten Rang in der Welt katapultiert.

    Seit einigen Jahren wendet sich die chinesische Führung bei der Weiterentwicklung der Wirtschaft des Landes von den früheren Investitionen in Infrastruktur und Handel ab. Jetzt spielen Verbraucherausgaben eine zunehmend wichtige Rolle. Dieser Wechsel ging mit einer Abschwächung der Konjunktur einher.

    Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im Jahr 2015 um 6,9 %. Dies war das schwächste Wachstum seit 25 Jahren. Im ersten Halbjahr 2016 betrug das Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 6,7 %. Die jüngsten Maßnahmen zur Konjunkturbelebung — eine Stärkung des Kreditwachstums, Lockerung der Wohnungspolitik und Erhöhung der Ausgaben für Infrastruktur — haben zu einer Belebung der Wirtschaft geführt. Oxford Economics sagt für dieses Jahr ein Wachstum von nur 6,6 % voraus und geht davon aus, dass ein langsameres Wachstums in Zukunft die neue Norm für China sein wird.

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    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    2015 besuchten fast 57 Millionen Menschen China. Mehr als die Hälfte von ihnen kam aus den chinesischen Gebieten Hongkong und Macao, gefolgt von Besuchern aus Südkorea, Japan und den USA. Drei Viertel der Reisenden besuchen China im Rahmen von Privatreisen. China ist nach den USA weiterhin der weltweit zweitgrößte Markt für Geschäftsreisen und zog 2015 mehr als 14 Millionen Geschäftsreisende an. Chinesische Reisende treiben die Geschäftsreiseausgaben in die Höhe. Diese beliefen sich 2015 auf mehr als 170 Milliarden USD. Laut Oxford Economics und dem World Travel & Tourism Council entfielen 2009 nur 9 % der Geschäftsreiseausgaben auf Reisende aus dem Ausland und 2017 könnten es nur noch etwa 3 % sein.

    Die staatlichen Flugkonzerne Air China, China Eastern und China Southern sehen sich mit einer wachsenden Konkurrenz der HNA Group konfrontiert, zu der die Fluggesellschaften Hainan, Tianjin und Capital gehören. Mit mittlerweile mehr als 100 Millionen Erwachsenen weist Chinas schnell wachsender Mittelstand ein beträchtliches Einkommen für Urlaubsreisen auf. Dies lockt Low Cost Carrier mit internationalen Ambitionen an, wie zum Beispiel Spring Airlines.

    Internationale Hotelketten investieren traditionell in Luxusimmobilien, während örtliche Ketten — wie die Huazhu Hotels Group, Jin Jiang International und Homeinns Hotel Group — die unteren Kategorien abdecken. Der expandierende Mittelstand treibt jedoch auch Veränderungen im Hotelwesen voran. Internationale Marken der mittleren und unteren Preissegmente, z.B. Best Western, Holiday Inn Express und Ibis, haben jetzt Hotels in den wichtigsten Städten und Zielorten, wie Dalian, Harbin und Suzhou.

    Chancen

    • Höhere Gehälter und höhere Staatsausgaben erhöhen den Lebensstandard der Bevölkerung. Dies führt zu einer verstärkten Nachfrage von Verbrauchern aus Chinas Mittelklasse, die weiter anwächst und sich über das ganze Land ausbreitet. Der Anstieg der Verbraucherausgaben steht im Einklang mit der Politik der chinesischen Regierung, die darauf abzielt, die heimische Nachfrage zu steigern.
    • Die Regierung bemüht sich, die Bürokratie abzubauen und deren Rolle in der Wirtschaft zu verringern, um dem freien Markt mehr Spielraum zu geben. Damit erhalten Unternehmen mehr Möglichkeiten zur Expansion.
    • Low Cost Carrier expandieren und gewinnen unter chinesischen Geschäftsreisenden langsam an Akzeptanz.

    Herausforderungen

    • Das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich hinter den Zielen zurückbleiben, die die Regierung im Plan für 2016 – 20 festgelegt hat. Die Regierung wird möglicherweise versuchen, das Wachstum durch Kompromisse bei Reformbestrebungen, die den zukünftigen wirtschaftlichen Ausbau fördern sollen, kurzfristig anzukurbeln.
    • Unternehmen haben mit der doppelten Herausforderung von steigenden Kosten in der Branche und einer Abschwächung der Konjunktur zu kämpfen.
    • Einige Hotelunternehmen haben Steuerreformen dazu genutzt, Preiserhöhungen zu rechtfertigen. Reisende müssen darauf achten, nicht zu viel für Hotelunterkünfte zu bezahlen.

     

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  13. Marktmonitor Australien: Mehr Wachstum als erwartet

    Wirtschaftlicher Überblick

    Die vielfältige Wirtschaft Australiens hat 2015 ein robustes Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 51.000 USD pro Kopf erwirtschaftet. Das Land befindet sich in einer langanhaltenden Phase nachhaltigen Wachstums, die einst von der Nachfrage Chinas nach Rohstoffen verstärkt wurde. Aber diese Nachfrage hat in den letzten Jahren nachgelassen. Obwohl die Landwirtschaft und der Bergbau immer noch mehr als die Hälfte aller Exporte ausmachen, liegt der Anteil dieser Wirtschaftszweige heute nur mehr bei 12 % des BIP.

    Die Abschwächung der Nachfrage aus China führte 2015 zu einem Preisverfall von Rohstoffen wie Kohle, Eisen, Erz, Zink, Kupfer und Bauxit. Die verarbeitende Industrie Australiens ist im Niedergang begriffen und erwirtschaftet zurzeit weniger als 10 % des BIP. Nichtsdestotrotz übertrifft die gesamtwirtschaftliche Leistung die Erwartungen der Experten. Ein Anstieg der Regierungsausgaben und -investitionen und starke Exporte in anderen Bereichen als dem Bergbau gleichen die Auswirkungen der steigenden Importe, das Nachlassen der Verbraucherausgaben und die Schieflage im Bergbau wieder aus.

    Oxford Economics erwartet einen Anstieg des Wirtschaftswachstums in Australien von 2,4 % im Jahr 2015 auf 2,9 % 2016. In seiner Wirtschaftsprognose geht das Unternehmen davon aus, dass sich das Wachstum in den nächsten drei Jahren zwischen 2,7 % und 2,9 % bewegen wird.

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    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

    Fast 7,5 Millionen Besucher kamen 2015 nach Australien. Mit einem Anteil von 18 % kam die Mehrzahl der Touristen aus Neuseeland. Aber auch die Anzahl der Besucher aus China hat von 2 % im Jahr 2000 stark zugenommen und macht nun 14 % aus. Der Anteil der Besucher aus Japan, der zu Hochzeiten 15 % betrug, ist zurückgegangen und beträgt nur noch 5 %.

    Der Geschäftsreisemarkt hat einen Wert von 20 Milliarden USD pro Jahr, wobei zwei Drittel des Aufkommens auf Inlandsreisende entfallen. Oxford Economics geht für 2016 von einer schwachen Entwicklung der Ausgaben aus und prognostiziert einen Anstieg von weniger als 2 %. Der Markt scheint jedoch für neues Wachstum gerüstet zu sein, da die wirtschaftliche Stabilität den Konjunkturoptimismus auch weiterhin stärkt.

    Qantas und Virgin Australia dominieren den örtlichen Flugreisemarkt. Zusammen mit ihren Low-Cost-Anbietern Jetstar und Tigerair Australia stellen sie in Sydney, Melbourne und Brisbane 80 bis 90 % aller Flüge. Die Finanzlage beider Fluggesellschaften hat sich verbessert. Qantas hat vor Kurzem einen Rekordjahresgewinn gemeldet und Virgin schreibt nach drei Verlustjahren wieder schwarze Zahlen. Durch neue Investitionen der HNA Group und der Nanshan Group in Virgin Australia ist das Unternehmen besser in der Lage, von der chinesischen Nachfrage zu profitieren.

    Das Angebot an Hotelzimmern konzentriert sich auf die großen Städte Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide und Perth, die auch weiterhin den Löwenanteil der zukünftigen Hotelinvestitionen anziehen. Der umfassende Bestand an AccorHotels, Best Western und Choice Hotels bedeutet jedoch, dass Reisende auch in anderen Städten eine Auswahl haben.

    Chancen

    • Außerhalb des Bergbaus sorgen steigendes Vertrauen und Kreditwachstum für einen bescheidenen Anstieg der Geschäftsinvestitionen.
    • Die Rohstoffpreise sind zwar niedrig, aber dasselbe gilt für die Produktionskosten. Rohstoffexporteure erhöhen das Angebot, um Einnahmen und Gewinne zu steigern.
    • Die Exporte von Flüssig-Erdgas steigen in dem Maße, wie neue Produktionskapazitäten erschlossen werden.

    Herausforderungen

    • Die australische Wirtschaft passt sich auch weiterhin an das Ende des Aufschwungs im Bergbau an. Schwächere Unternehmensgewinne und niedrigere Löhne hemmen Unternehmensinvestitionen und Verbraucherausgaben, die dazu beitragen könnten, die im Bergbau entstandene Lücke zu füllen.
    • Eine niedrige Inflation bedeutet, dass die Mitarbeiter über eine größere Kaufkraft verfügen, aber der Inflationsdruck steigt.
    • Über ein Drittel aller Exporte des Landes gehen nach China und diese Konzentration könnte eine Gefahr für die australische Wirtschaft darstellen, da sich in China ein Wandel hin zu einem langsameren und ausgeglicheneren Wachstum vollzieht.

     

  14. Marktmonitor Oman: Diversifizierung statt Öl

    Wirtschaftlicher Überblick

     

    Mit einem Anteil von 46 % am Bruttoinlandsprodukt ist die Erdölgewinnung die wichtigste Stütze der Wirtschaft des Sultanats Oman. Da die Ölreserven Schätzungen zufolge nur noch 15 Jahre reichen, konzentriert sich Oman verstärkt auf die Produktion von Erdgas und priorisiert eine stärkere wirtschaftliche Diversifizierung. Die Regierung strebt an, den Anteil der Ölindustrie am BIP bis 2020 auf 9 % zu senken. Sie ist bemüht, ausländische Direktinvestitionen zu gewinnen, insbesondere in der Leichtindustrie, der Energieerzeugung und im Tourismus. Darüber hinaus hält das Land seine Bürger dazu an, von der Arbeit im öffentlichen Sektor in die Privatwirtschaft zu wechseln.

     

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    Seit 2015 haben die fallenden Ölpreise zu einer Verringerung der Staatseinnahmen geführt, was Ausgabenkürzungen zur Folge hatte. Zu den Sparmaßnahmen der Regierung gehören unter anderem Kürzungen von Subventionen, insbesondere für Strom und Benzin. Die Gehälter von Beschäftigten im öffentlichen Dienst werden strenger kontrolliert, und das Land hat außerdem seine Verteidigungsausgaben gekürzt. Oman plant, die Staatseinnahmen durch die Einführung einer neuen Mehrwertsteuer zu erhöhen. Diese soll 2017 oder 2018 in Kraft treten. Die Einführung der Mehrwertsteuer wird mit Sicherheit zu einem Anstieg der Verbraucherpreise für Waren und Dienstleistungen führen.

     

    Oxford Economics geht für 2016 aufgrund der Sparmaßnahmen und der anhaltend niedrigen Ölpreise von einem Wirtschaftswachstum von 2 % aus. Im Vorjahr waren es noch 3,6 %. Das Wirtschaftsforschungsinstitut rechnet damit, dass das Wirtschaftswachstum Omans in den nächsten Jahren auf diesem Niveau bleiben wird.

     

    Einblicke in die Geschäftsreisebranche

     

    Oman ist einer der kleineren Reisemärkte im Nahen Osten. Mit weniger als 2,5 Millionen internationalen Reisenden im Jahre 2015 haben nur der Irak und Jemen weniger Besucher. Die Einnahmen aus der Reisebranche könnten sich mit dem Ausbau des Flughafens von Maskat und der Eröffnung des omanischen Kongress- und Ausstellungszentrums erhöhen. Die Regierung hat sich das langfristige Ziel gesetzt, die Besucherzahl des Sultanats bis 2040 auf 9 Millionen Besucher zu erhöhen.

     

    2015 haben Geschäftsreisende nur 1 Milliarde USD in Oman ausgegeben. Das ist deutlich weniger als die in Saudi-Arabien ausgegebenen 8 Milliarden USD oder die 10 Milliarden USD in Kuwait. Ein Drittel dieser Ausgaben entfiel auf Geschäftsreisende, die aus dem Ausland nach Oman reisten. Dieser Anteil ist jedoch rückläufig, da Arbeitskräfte aus der Ölindustrie seltener das Land bereisen.

     

    Reisende nach Maskat haben eine große Auswahl an internationalen Hotels. Hotelketten investieren weiterhin in die Stadt. So planen unter anderem Dusit, Hilton, Starwood und Wyndham die Eröffnung neuer Hotels. Die Unterbringungsmöglichkeiten anderenorts sind begrenzter. In Salalah, Sohar und Duqm können Reisende jedoch ein oder zwei Hotels finden, die zu internationalen Hotelketten gehören.

     

    Der Flugverkehr konzentriert sich ebenfalls auf Maskat. Von dort bietet Oman Air, die größte Fluggesellschaft, regelmäßig Flüge in die zweitgrößte Stadt Omans, Salalah. Außerdem werden internationale Flüge in 45 Städte im Nahen Osten, in Südasien und Europa angeboten. Salam Air, ein Low Cost Carrier, soll 2017 den Betrieb aufnehmen. Mit diesem Schritt will die Regierung Omans die Luftfahrt und den Fremdenverkehr ausbauen.

     

    Chancen

     

    – Der Entwicklungsplan der Regierung für 2016 – 2020 sieht vor, die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Erdöl zu verringern. Die politische Führung Omans fördert den Ausbau von verarbeitender Industrie, Transportwesen, Logistik und Tourismus, um eine breitere Vielfalt von wirtschaftlichen Investitionen ins Land zu bringen.

     

    – Die Erdgasgewinnung floriert. Die Erschließung neuer Gasvorkommen, beispielsweise durch BP in Khazzan, soll demnächst beginnen. In der Zwischenzeit finanzieren Investoren weiterhin die Suche nach neuen Erdgasvorkommen.

     

    – Die Investitionen der Regierung in die Reisebranche haben Hotels dazu bewegt, ihre Kapazitäten auszubauen. Das Angebot übersteigt derzeit die Nachfrage. Daher können Geschäftsreisende attraktive Hotelangebote finden.

     

    Herausforderungen

     

    • Je mehr sich die Wirtschaft Omans von der Erdölabhängigkeit löst, umso mehr werden Kürzungen von Staatsausgaben und Steuererhöhungen das Wirtschaftswachstum belasten.
    • Die Einführung einer Mehrwertsteuer wird die Kosten für Reisende, insbesondere für Hotelaufenthalte, höchstwahrscheinlich erhöhen.
    • Niedrige Ölpreise bremsen Investitionen in die Erschließung neuer Erdölvorkommen und in die Modernisierung der Produktion.

     

    Die BCD Travel Experten für Research & Intelligence erkennen die Trends, die das internationale Geschäftswachstum in neuen Märkten antreiben. Sprechen Sie mit Ihrem Account Manager darüber, wie BCD Travel das Wachstum Ihres Unternehmens unterstützen und Ihre Reisenden in alle Welt bringen kann, wo immer sie benötigt werden.